EXPEDITION YARO

Peru 1989

Teil 20

„Don Pedro“

Das Dorf war wie ausgestorben, als wir zu Luanas Onkel liefen. Die Senderos waren in der Nacht hier gewesen und hatten eine bekannte Familie des toten Bürgermeisters entführt. In den rituellen Zeremonien unserer erotischen Seelen, hatten wir von all dem nichts mitbekommen.
Die wärmenden Sonnenstrahlen hatten die kühle Frische im Tantamayotal verdrängt. Wir stiegen in die Schlucht, gingen über die Hängebrücke und weiter auf dem Trampelpfad am Hang entlang nach Pariarca, wo Luanas Onkel wohnte. Die Sträucher der Engelstrompete, dessen Tee uns letzte Nacht in erotischen Trance versetzte, säumten den Weg bis in die kleine Siedlung.
Der Pfad war schmal, so ging ich Luana hinterher, immer ihren erotischen Hintern im Blick. Ihre schwarze Cargo Hose verdeckte das geile Teil. Wie gern wäre ich das Pferd, auf dem sie heute den ganzen Tag sitzen wird, dachte ich.
Plötzlich blieb sie stehen, drehte sich um, umarmte mich und sagte:
Erzähle meinem Onkel nichts von unseren nächtlichen Ritualen, von unserem Erlebnis bei den Kühen! Das muss er alles nicht wissen.
Reflexartig umfasste ich ihren Hintern und drückte ihn gegen mein Becken.
Hab keine Angst, ich erzähle nichts, hauchte ich ihr ins Ohr.
Sie spürte meine Erregung, schob ihre Hand dazwischen und meinte:
Der ist aber auch unersättlich, komm lass uns weitergehen, wir haben noch genug Zeit, die ganze Woche.
Ihr schwarzes Haar, das sie offen trug, war vom Wind zerzaust. Ihr braunes, unbemaltes Gesicht, ihr laszives Lächeln, ihr wohlgeformter, geiler Körper. Die Frau machte mich wahnsinnig und trieb mich in eine Welt, die ich so noch nicht kannte.
Da ist das Haus meines Onkels! Rief sie und deutete auf ein großes, aus Natursteinen gebautes Gebäude und einem Dach aus roten Lehmziegeln.
Daneben standen noch ein paar wenige kleinere Lehmhütten. Als wir näher kamen, sahen wir drei Männer, die fünf Pferde mit Gepäcksäcken beluden.
Sie richteten eine Karawane her.
Ein anderer Mann kam gerade aus dem Haus, er hatte ein Revolver in der Hand.
Hola Tío! Rief Luana ihm zu. Es war ihr Onkel.
Als er uns sah, steckte er den Revolver unter seinem Poncho weg.
Hola Luana mi sobrina, qué haces aquí?
a quien traes contigo?
(hallo Luana meine Nichte, was machst du hier?
wen bringst du da mit?)
Die Begrüßung war sehr herzlich. Küsschen links, Küsschen rechts, eine innige Umarmung.
-Darf ich dir vorstellen, Onkel; Das ist Walter aus Deutschland, er ist hier, um die Yarowilka Kultur kennen zu lernen!
-Walter, darf ich dir vorstellen; Das ist „Don Pedro“ mein Onkel!
Buenos días Señor Don Pedro! Sagte ich.
Ein fester Händedruck, eine herzliche Umarmung;
»Als ich ihn umfasste,  spürte ich deutlich seinen Revolver am Gürtel« Hola Walter, komm lass den „Señor“ weg, für dich bin ich „Don Pedro“; Er lächelte und meinte noch:
So so, aus Deutschland, das ist aber selten, sonst kommen doch nur französische Archäologen, die irgendwelche Forschungen betreiben, in unsere Abgeschiedenheit.
»Der Mann war durch und durch ein Macho, seine selbstbewussten Bewegungen, seine Ausstrahlung von Macht und Wohlstand war nicht zu übersehen« Ich schaute ihm in die Augen, zog mein Hut und sagte:
Don Pedro; Eure Landschaft, eure Kultur, eure schönen Frauen, »mit meiner Hand deutete ich auf Luana« meine Leidenschaft hat mich in euer Land geführt.
Sein braunes, von dem harten Leben gezeichnetes Gesicht erstarrte, er verzog keine Mine, dann blinzelte er mir zu und zog sein Hut.
Don Waltero, sagte er, du gefällst mir, Hombre, ein Mann muss Leidenschaftlich sein!
Noch ein Abrazo grande (große Umarmung), dann setzte er sein Hut auf, ging ein Schritt zurück und meinte:
Ich habe nicht viel Zeit, ich will mit den Pferden ins Tiefland, nach Monzon und Tingo María;
Was kann ich für euch tun?
Onkel Pedro, können wir zwei Pferde haben, für ein paar Tage? Fragte Luana.
Aber Luana; Sobrinasita, du weißt doch, für dich tu ich doch alles! Sagte er, lachte und drückte sie an sich.
Du kennst dich doch aus, amorsita, meinte er, geht rüber in die Stallungen, nehmt euch zwei Sättel und was ihr braucht, hinten im Corral stehen die Pferde, sucht euch die besten aus, aber bringt mir sie heil wieder und passt auf euch auf. Braucht ihr noch ein Gewehr, oder ein Revolver? Fragte er, die Rebellen des Sendero sind überall, ihr müsst euch doch im Notfall verteidigen können!
Don Pedro ging ins Haus, kam mit einem kleinen Revolver zurück und gab ihn Luana. Aber pass auf, der ist geladen mit sechs Schuss!
Luana schaute skeptisch.
Ja ja, steck ihn weg, ist ja nur für den Notfall, sagte Don Pedro.
Luana nahm den Revolver und steckte ihn in Ihren kleinen Rucksack. Ich stand neben ihr, war verwundert und sprachlos.
»Die Selbstverständlichkeit mit dem Umgang mit Waffen, war für mich neu.
Ich bin mir sicher, dass in dieser Zeit, jede zweite Person eine Waffe versteckt bei sich trug, es war wohl ein Sicherheitsdenken. Und wie Don Pedro zu diesem Wohlstand kam, war mir schleierhaft. War es ein Drogenschmuggler vielleicht sogar ein Drogenbaron?
Hat er vielleicht mit den Rebellen zusammen gearbeitet?
Oder war der Reichtum in dieser Abgeschiedenheit legal?
Ich hatte es nicht herausfinden können. Es blieb ein Rätsel.«
Don Pedro verabschiedete sich von Luana. Küsschen links und rechts, eine innige Umarmung.
Pass auf dich auf Sobrinasita und bis bald wieder, er lächelte. Die Verabschiedung war so herzlich.
Adiós Don Waltero, pass auf meine kleine Sobrina auf und wenn es Probleme gibt, sagte er, dann könnt ihr immer zu mir kommen. Ein Händedruck, eine Umarmung.
Ich zog mein Hut.
Adiós Don Pedro, hasta luego, sagte ich, dann ging ich mit Luana in die Stallungen. Wir nahmen zwei Sättel und Zaumzeug, liefen weiter zum Corral und suchten uns zwei Pferde aus.

Aber das ist wieder die nächste Geschichte.

EXPEDITION YARO


Peru 1989
Teil 19

„Die roten Spiralen“

Meine Forschungsreise in Luanas erotische Seele, erlebte in dieser Nacht einen Glanzpunkt.
In extasischer Trance sahen wir tanzende, nackte Geister, die uns immer wieder beflügelten.
Als ich am frühen Morgen aufwachte, war ich mit Luana Seelenverwandt. Noch im benommenen Zustand, stand ich leise auf, ging zur Tür hinaus und glaubte Monster zusehen. Ich wischte über meine Augen und schüttelte mein Kopf, dann sah ich Rudi, der geile Hahn, vor mir stehen. Sein Gefolge pickte über den Lehmboden. 
Du schon wieder! Rief ich. Er drehte sich um und…. äh äh ähh äähhhtsch.
Es war ein kühler, klarer Morgen. Die grünen, viertausend Meter hohen Berge und der tiefblaue Himmel, ergaben eine kontrastreiche Schnittstelle.
Luana lachte hinter mir. Sie stand nackt in der Tür und rief:
Mach dich frisch, das kalte Wasser wird dir gut tun, ich mache uns derweil Kaffee und Frühstück!
Ich liebte diese Frau, diese Schamanin und ihre erotische Seele.
Das kalte Wasser aus der Zisterne, weckte meine Geister. Schnell ging ich zurück, wäre beinahe über ein Meerschweinchen gestolpert, das erschrocken davon rannte. Ich zog meine Klamotten an und ging in die Küche. Luana war am Kaffee kochen. Lächelnd sah sie mich an.
Irgendwas war anders.
Es waren nicht die steifen Nippeln ihrer festen Brüste, die der kühle Morgen noch geiler machten. Es waren die roten Spiralmotive in ihrem Gesicht. Als ich schlief, hatte sie die Farben gewechselt.
Luana zog sich ihr braunes Kleid über ihren lustvollen Körper. Wir setzten uns ans Feuer und frühstückten mit schwarzem, peruanischem Kaffee, mit Fladenbrot und Marmelade.
Was bedeuten die roten Spiralmotive? Fragte ich sie.
Sie streichelte mein Oberschenkel und antwortete:
Das ist das Symbol unserer immer wiederkehrenden, erotischen Seelen, mit denen wir uns in der Nacht vereinten. Wir werden ewig verbunden sein, bis über den Tod hinaus.
Wenn du zu Hause bist, gehst du auf ein Berg und rufst die Geister, meine erotische Seele wird kommen, wird dich umkreisen und in dich eindringen. Ich bin der Wind in deinen Haaren, ich bin die Regentropfen auf deiner Haut, ich bin die Sonnenstrahlen, die dich streicheln und dich wärmen.
Luana schaute nachdenklich in das Feuer und legte etwas Holz nach.
Ihr Blick war konzentriert, auf einen Punkt gerichtet.
Der Schein der Flamme flackerte in ihrem braunen Gesicht und die roten Spiralen blinkten wie Blitze. Leise murmelte sie etwas in Quechúa, es klang wie ein verhaltener Gesang.
Ich sah sie fragend an.
Keine Antwort. Stille.
Wahrscheinlich eine Verbindung mit den Geistern.
Nach einer Weile stocherte sie mit dem Feuerhaken in der Glut herum und fragte:
Kennst du dich mit Pferden aus? Kannst du reiten?
Ja, schon, sagte ich. Ich war als Kind in einer Voltegiergruppe und später hatte ich noch ein paar Reitstunden gehabt.
Was ist eine Voltegiergruppe? Fragte sie mich. Und ich fing an zu erzählen:
Das Voltegieren ist ein Sport. Ein Mensch, Mann oder Frau, führt ein Pferd an der Longe im Kreis. Das Pferd galoppiert und die Kinder springen auf und machen akrobatische Kunststücke. Drei Jahre lang war ich dabei, bis ich bei einem Saldo rückwärts mein Arm gebrochen habe.
Und was ist mit den Reitstunden? Fragte sie weiter.
>>Oh ja, die Reitstunden, dachte ich. Wie war das noch, damals, mit Sandra, meiner Reitlehrerin? Ich kann mich noch gut erinnern:
Sie war so um die 40 Jahre alt, stand in der Mitte des Reitplatzes und hatte die Peitsche in der Hand.
Es war im Sommer 1975. Die Sonne hatte tagsüber den Sand des Platzes aufgeheizt. Es staubte.
Ihre roten Haare hatte sie zum Zopf gebunden. Ihre hautengen Reithosen, die ihre erotische Figur stark betonte, ihr enges T-Shirt mit dem tiefen Ausschnitt und der Aufschrift „Reiten macht Spaß“. Ich konnte mich nicht auf ihre strengen Kommandos konzentrieren. Ich war Abteilungsreiter, das heißt, ich war in einer Gruppe von fünf Reitern und ich war der einzige Mann.
Einmal die Woche, den ganzen Sommer lang, war ich beim Reitunterricht. Nach jeder Reitstunde mussten wir unser Pferd absatteln und striegeln. Und als die anderen Frauen weg waren, kam Sandra zu mir und sagte:
Ach Walter, kannst du mir mal helfen, ich hab da ein Problem!
Dann verschwanden wir im Stroh. Ich war verrückt nach ihrem schwitzendem Körper, nach ihrer geilen Reife. Ihre strengen Kommandos habe ich immer befolgt. Sie war die perfekte Lehrerin seiner Zeit.<<
Ja, die Reitstunden. Also, ich kann reiten und kenne mich bestens mit Pferden aus, sagte ich und lächelte.
Dann nehmen wir doch die Pferde zum „Cerro Celmin“, mein Onkel hat welche. Ich bin mir sicher, dass wir zwei bekommen können, für eine Zeit lang, meinte sie.
Ja klar, erwiderte ich. Wir sind schneller und es ist nicht so anstrengend, als in der Höhe zu laufen.
Luana küsste mich sanft und sagte:
Mach dich fertig, ich räume hier weg, packe paar Sachen ein, dann gehen wir zu meinem Onkel.

Und das, ist schon wieder die nächste Geschichte.

EXPEDITION YARO

Peru 1989

Teil 18

„Ruf der Geister“

Die Dunkelheit brach schnell herein. Es wurde kühl. Ich stand im Hof und lauschte den Geräuschen der sternenklaren Nacht. Im Hühnerstall flatterte es.
Rudi, der Hahn, hatte sich zum schlafen auf die Stange gesetzt. In einer Ecke lagen die Meerschweinchen eng aneinander gekuschelt auf Stroh und Luana sang leise ein Lied in der Küche. Es klang geheimnisvoll, exotisch in ihrer Sprache.
Ich beobachtete sie eine weile durch die offene Tür.
Die schwarzen Haare hatte sie mit einem roten Tuch zusammen gebunden. Ihre erotische Rundungen versteckte sie unter einem langen, braunen Wollkleid, dazu Wollstrümpfe und braune Mokassins.
Ich Iiebte diese Umwandlung, dieses indigene Keusche nach aussen und ihre erotische Seele, das Geile darunter. Ein indianisches Paradoxon, das mich immer mehr faszinierte.
Sie bewegte sich gelassen, kontrolliert und ruhig am Feuer, schamanisch, wie in bestimmten Ritualen. Als sie mich bemerkte, rief sie mich rein. Komm setz dich her ans Feuer, du brauchst keine Angst haben, wir sind alleine. Ich bin gleich soweit, du kannst auch hier essen, meinte sie.
Ich setzte mich auf einen Stein neben das Feuer. Ein Topf stand in der Glut, ein anderer hing an einer Kette über der Flamme. Eine Kanne stand weiter hinten. Es kochte, es zischte und es rauchte. Sie sah mich an und lächelte. Ohh! Rief ich. Habe ich dich gestört?
Ihr Gesicht war seltsam angemalt. Auf ihrer Stirn waren fünf senkrechte, blaue Striche aufgemalt. Ihre Wangen zeigten zwei schwarze Spiralmotive, das gleiche Motiv wie in Piruro, und an ihrem Kinn war ein breiter, grüner Querstrich.
Nein nein, sagte sie, ich habe gern deine Nähe.
Weißt du, beim kochen, meditiere ich oft. Das habe ich von meinem Vater geerbt, er war ein Schamane und kam aus dem Tiefland.
Mit der einen Hand rührte sie mit einem Löffel im Topf  und mit der anderen Hand streichelte sie mein Oberschenkel.
Das Essen ist fertig, ich hole dir ein Teller, sagte sie und stand auf.
Es gab Nudeln mit Fleisch und Soße. Es war so köstlich.
Sie reichte mir eine Tasse Tee.
Was für ein Tee ist das? Fragte ich sie.
Das ist ein Koka Tee mit einer Kräutermischung, sagte sie. Trink, es wird dir gut tun.
Sie stand auf, trug das Geschirr in den Waschtrog, kam zurück und setzte sich, mit einer Tasse Tee, zu mir ans Feuer.
Welche Bedeutung hat die Malerei in deinem Gesicht?
Fragte ich.
Sie sah mich an und meinte:
Die blauen Streifen an meiner Stirn, steht für den Himmel (el Cielo), der grüne Strich an meinem Kinn, steht für die Muttererde (Pachamama) und das schwarze Spiralmotiv an meinen Wangen, das sind die immer wiederkehrenden, schwarzen Seelen der Terroristen, die ich in meinen Ritualen bekämpfe. Es sind furchtbare Bestien, die meine Eltern getötet haben, sagte sie mit erhobener Stimme.
Sie stand wieder auf, nahm die Kanne und schenkte uns Tee nach.
Komm doch mit in mein Zimmer, da ist es gemütlicher, sagte sie.
Ich betrat das erste mal ein Raum einer Schamanin.
Im Kerzenlicht sah ich den Federschmuck, der von der Decke herunterhing. Selbst- gebastelte Traumfänger, Trommeln und Rasseln zierten die Wände. In der Mitte des Zimmers, eine runde Erhöhung mit grünen und blauen Decken aus Lama Wolle, es war die Schlaf-Insel. Was mich zum Staunen brachte, stand in der Ecke auf einem Holzregal, ein echter Schrumpfkopf.
Luana kam zu mir und legte ihren Arm um meine Hüfte. Das, sagte sie, ist mein Großvater, er war auch Schamane, den habe ich von meinem Vater geerbt.
Das Licht der acht Kerzen warf geheimnisvolle Schatten, die sich drehten, an die Wände und den hellen Lehmboden.
Wir stellten unsere Tassen auf einen kleinen, niederen Tisch und Luana legte etwas Holz nach in dem kleinen Kaminfeuer. Der Tee hatte eine berauschende Wirkung auf uns. Wir setzten uns auf die Schlaf-Insel und Luana fing an zu erzählen:
>>Ich war 15 Jahre alt, als meine Eltern von den Terroristen verschleppt und ermordet wurden, es war eine grauenhafte Nacht. Ein Jahr später habe ich geheiratet, meine Tanten hatten das in die Wege geleitet, damit das kleine Mädchen versorgt war. Einen fast 30 Jahre älteren Mann.
Das Wissen und die Praktiken des Schamanismus, hat mir mein Vater beigebracht. Ich war immer bei rituellen Zeremonien dabei. Er hat mich auch zu den Ritualen im Tiefland mitgenommen.
Und einmal waren wir bei dem Sonnenfest der Inkas, dem „Inti Raymi“, in Cuzco dabei, es war traumhaft.
Vor vier Jahren hatte uns mein Schwager aus der Schweiz besucht und hat uns zwei Flugtickets mitgebracht. Wir sollten ihn mal besuchen kommen.
Ein Jahr später sind wir nach Zürich geflogen. Ich war das erste Mal den Himmelsgeistern so nah.
In Zürich, das war ein Schock. So viel Beton, so viele Lichter, so eine Hektik und der Verkehr, demasiado para mi, es war zuviel für mich.
Wir wohnten bei meinem Schwager und seiner Frau, sie haben ein großes, altes Haus an einem Fluss, ich glaube „Limmat“ heißt er. Die Frau meines Schwagers war in dieser Zeit gar nicht da. Sie ist Archäologin und war mit einer französischen Expedition in Südamerika unterwegs.
Jeden Abend gingen mein Mann und sein Bruder aus dem Haus, mich ließen sie in der Wohnung zurück.
Mein Schwager sagte zu mir:
Wir ziehen mal um die Häuser und sind bald wieder da!
Als sie dann spät in der Nacht zurück kamen, waren sie immer stockbesoffen.<<
Luana stand auf, nahm die Kanne und schenkte uns Tee nach. Sie ging in die Hocke vor mir, gab mir eine Tasse und sagte:
Schön dass du hier bist, Walter, komm, trinken wir unseren Tee, so lange er heiß ist.
Wir lächelten uns an und tranken den Tee.
Es war eine besondere Mischung mit den Blättern der Koka Pflanze und der Engelstrompete, die hier an jeder Ecke wächst. Die berauschende Wirkung macht unruhig, redselig, der Pulsschlag erhöht sich und die sexuelle Lust wird verstärkt.
Wir tranken die Tassen leer. Luana stellte sie auf den kleinen Tisch, kam zu mir, kuschelte sich an mich und erzählte weiter:
>>Eines Abends kamen sie früher zurück, waren aber nicht alleine. Sie hatten zwei junge Frauen dabei.
Ich war im oberen Stockwerk, hatte sie kommen hören und mich schlafend gestellt. Nach einer Weile schleichte ich die Treppe hinunter. Aus einem Zimmer hörte ich leise Musik. Ich schaute durchs Schlüsselloch. In rotem Licht sah ich die vier nackt auf dem Bett liegen.
Sie küssten sich an ihren intimsten Stellen. Das Luststöhnen der Frauen war nicht zu überhören. Ich klopfte an die Tür. Es dauerte eine Zeit, dann ging die Tür einen Spalt breit auf und mein Mann lallte mich leise an:
Was willst du? Geh nach oben, ich komme bald zu dir. Er schloss wieder die Tür. Das Schlüsselloch hatte er mit irgendwas zu gehängt.
Heulend, traurig und wütend ging ich nach oben und legte mich ins Bett. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich war in einem fremden Land und kannte mich nicht aus.
Mein Mann war so verändert in der Schweiz, er kam mir so fremd vor. Ich hatte ihn geheiratet, damit ich versorgt war. Für mich war er eine Respektsperson. Wir hatten nie Sex miteinander.
Ich hatte mich nach Sex gesehnt, aber nicht mit diesem Mann.
Spät in der Nacht muß er gekommen sein, ich war eingeschlafen und habe ihn nicht kommen hören.
Morgens beim Frühstück hatte ich sie gefragt:
Was habt ihr gemacht? Ich habe euch gesehen mit diesen jungen Frauen!
Mein Mann saß da, starrte in die Ecke und sagte nichts. Mein Schwager herrschte mich an:
Wenn du was erzählst, töte ich dich!
Ja, so ist mein Schwager, immer Gewaltbereit.
Mein Mann sagte nur:
Lass gut sein Carlos, sie erzählt nichts.
Er sah mich mit ernster Miene an und meinte: Sei ruhig jetzt, Luana, es reicht!
Ich war wütend, still und hatte nichts erzählt.
Meinem Mann hatte ich verziehen, er war nur Mitläufer mit seinem besoffenen Kopf, aber den Respekt ihm gegenüber, den habe ich verloren.
Ich habe verziehen und Rache geschworen.<<
Luana stand auf, nahm die Teekanne und schenkte uns wieder nach. Sie gab mir eine Tasse und sagte:
Trink mein lieber Fremder, die Zeit der Rache ist gekommen. Sie kniete sich vor mir, streichelte mein Bart, stand wieder auf und legte Holz im Feuer nach. Sie erzählte weiter:
  >> Auf dem Rückflug nach Lima hatte ich, in einem kleinen Ritual, kontakt mit den Geistern aufgenommen und mit ihnen kommuniziert. Sie hatten mir dazu geraten Rache zunehmen, ich würde mich danach besser fühlen. Vor 14 Tagen habe ich, in einer heiligen Zeremonie, die Geister erneut gerufen. Sie sollten mir endlich jemand schicken, die meinen Rachegelüsten gerecht werden. Dann bist du gekommen, die Geister haben dich zu mir gebracht. <<
Ich war berauscht und verwundert. Luana zog ihr Kleid aus. Nackt kam sie zu mir, knöpfte mein Hemd auf und meinte:
Heute Nacht gehen wir auf eine Seelenreise, unsere erotischen Seelen werden sich vereinen.

Wie es weiter geht, das ist wieder die nächste Geschichte.

EXPEDITION YARO

EXPEDITION YARO
Peru 1989
Teil 17

„Erotische Eskapaden“

Die getrockneten Kuhfladen knisterten im Feuer und die Hütte wurde schnell warm. Luana legte unsere Klamotten zum trocknen auf die Steine neben das Feuer. Wir waren nackt.
Draußen prasselte der nächste Regenschauer auf das Ichú-Gras Dach und der Wind peitschte über die Steinmauern. Ich hatte nie gedacht, dass ein Naturdach aus Gras, so dicht sein kann.
Luana reichte mir ein Fladenbrot mit Käse und  gesüßten Koka Tee.
Komm, setz dich auf die Decke! Sagte sie.
Das Feuer spiegelte sich in ihren Augen und auf ihrer Haut. Die Alpaka-Wolle ist viel rauer als Lama-Wolle und massierte mein Hinterteil mit kleinen Nadelstichen. Luana setzte sich neben mich und meinte:
Später müssen wir noch die Kühe melken!
Kühe melken, ich habe noch nie eine Kuh gemolken! Sagte ich und grinste sie an.
Keine Sorge, meinte sie, ich zeige dir wie das geht und griff in mein Schritt. Ohhh! Rief sie und lachte, die Euter der Kühe sind aber viel kleiner und weicher, du wirst sehen, es ist ganz einfach. Ihre weißen Zähne leuchteten im Schein der Flamme. Sie stand auf, legte ein paar trockene Kuhfladen ins Feuer und setzte sich rückwärts auf mein Schoß.
Ich umklammerte sie, küsste zärtlich ihren Rücken und massierte ihre erogenen Zonen. Sie griff nach unten, stimulierte gleichzeitig ihre Lustzentrale und passte auf, damit nichts rausrutschen konnte. Der Wind säuselte die Geilheit durch die Hütte, der Regen spielte uns ein Liebeslied und wir schaukelten uns in eine Ekstase der  Leidenschaft . Oh mein Gott, dachte ich, die Reise durch ihre erotische Seele von Höhepunkt zu Höhepunkt ist so aufregend, geil und wird nie enden.
Die Begierde ließ uns die Kühe und die Zeit vergessen. Ab und zu stockte ihr Atem und entkrampfte sich in ein stilles stöhnen. Wir verfielen in ein Taumel der Lust. Wenn das Feuer drohte auszugehen, löste sie sich von mir, legte das trockene Zeug nach, streute ein paar Kokablätter darüber und kam wieder zu mir. Die Stimmung hatte sie angeheizt und das erotische Spiel fing von vorne an. Sie hatte das unglaubliche Talent mich immer wieder hochzubringen und standhaft zu bleiben. Oder war es vielleicht die Wirkung des Tees? Durch die Süsse habe ich die Stärke nicht wahrgenommen. Oder hatte sie uns noch was anderes untergemischt. Die Blätter im Feuer taten das übrige. Wir flogen durch die traumhafte Glückseligkeit der Zeit.
Erst am späten Nachmittag gingen wir zu den Kühen.
Wegen dem Regen hatten sie sich in ein Unterstand aus Wellblech gestellt.
Gute Gelegenheit, meinte Luana, so müssen wir die Rinder nicht  zusammen treiben. Sie gab mir den zweiten Hocker und sagte:
Komm setz dich da hin und fang an, du weißt ja wie das geht, ich habe es dir paar mal gezeigt heute Mittag.
Luana war die beste Lehrerin in dieser Sache.
Ich saß neben der Kuh, griff zum Euter und die Milch spritzte in den Eimer.
Plötzlich sprang Luana auf, rannte in die Hütte, kam mit einer Wolldecke zurück und legte sie um mich wie ein Poncho. Sei still und mach weiter, flüsterte sie. Da kommen drei Männer, ich werde mal vorgehen und versuche sie aufzuhalten. Luana ging den dreien entgegen. Zwischen Hut und Decke blickte ich rüber und beobachtete die Szene. Es waren die Männer, vor denen ich mich in Piruro versteckt hatte. Sie hatten ihre Gewehre im Anschlag, aber nach unten gerichtet.
Angespannt melkte ich die Kuh weiter. Ich hörte eine heftige Diskussion. Sie sprachen Quechúa und nach Luanas Gestik, ging es wohl um mich. In gebückter Haltung unter der Wolldecke, versteckte ich mein Aussehen, aber die Tiere spürten meine innere Anspannung und bewegten sich etwas. Jetzt bloß nicht ausbrechen, dachte ich, streichelte den Bauch meiner Kuh und rief leise „hoooo hoooo“. Die Gruppe beruhigte sich wieder und Luana kam zurück.
Und was war? Fragte ich ängstlich.
Es waren Senderos auf einem Kontrollgang, ich habe gesagt, dass du mein Knecht bist und mir hilfst die Kühe zu melken.
Ja, ich war Luanas Knecht, ich tat was sie verlangte.
Und sie erzählte weiter:
Die Terroristen haben unser Dorf untergraben, viele wurden Anhänger der Senderos und hofften auf ein besseres Leben. Stattdessen gab es, Entführungen, Vergewaltigungen und es wird getötet, sowie der Bürgermeister letzte Nacht.
Ihr Blick war traurig und machte mich sprachlos.
Komm lass uns weitermachen, dass wir fertig werden, sagte sie, es wird bald dunkel und in der Nacht sollte man nicht mehr auf der Straße sein.
Schnell hatten wir die Rinder durchgemolken und gingen mit den zwei Eimer voll Milch zurück nach Tantamayo. Es dämmerte schon, als wir durch das Hoftor gingen. Rudi der Hahn hatte gerade ein Huhn vergewaltigt, das danach flatternd durch den Hof rannte. Rudi hetzte hinter ihm her, blieb dann vor mir erschrocken stehen, sah mich an und äh äh ähh äähhhtsch.
Oh Rudi, du geiler Gockel, was du für Sachen machst, sagte ich. Luana lachte, ich glaube er versteht dich. Du hast Talent mit den Tieren zu reden. Ich habe gesehen, wie du die Rinder beruhigt hast. Du bist ein Brujo, ein Zauberer. Du verzauberst die Tiere und du hast mich verzaubert. Nein nein, sagte ich, ich habe dich nicht verzaubert, unsere Leidenschaft hat uns zusammen geführt, sagen wir mal, es war göttliche Vorsehung. Mit ihren tiefbraunen, erotischen Augen sah sie mich an, küsste mich und meinte:
Mach dich frisch, ich komme später zu dir und bringe dir was zu essen.

Aber das ist wieder die nächste Geschichte

EXPEDITION YARO

Peru 1989

Teil 16

„Luanas Befehl“

Das Wasser glitzerte grün und türkis. Es war die einzige Stelle in der Schlucht des Rio Tantamayo, die die Sonne erwärmte. Luana und ich saßen am Rande der kleinen Sandbank, streckten unsere Füße in das kalte, türkise Wasser und redeten über das indianische Leben in dieser Abgeschiedenheit, über den Terror, der das Land und ihr Volk zerriss. Ihre Stimme klang dunkel und traurig, aber auch sehr erotisch. Sie übertönte das helle plätschern des kleinen Wasserfalls hinter uns. Luana spielte mit ihren Händen im Wasser, ihre Handflächen waren deutlich heller als ihre Haut. Sie knöpfte ihre Bluse auf und ließ das kalte Wasser über ihren Busen tröpfeln. Ihre fast schwarzen Nippel wurden größer und zeichneten sich deutlich aus dem helleren Vorhof heraus. Sie lehnte sich zurück, stützte sich mit ihren Armen ab und ließ ihre schwarzen Haare in den Sand fallen.
Irgendwie kam mir ihr Stil bekannt vor.
Hast du Kinder? Fragte ich  sie.
Nein, noch nicht, aber es wird Zeit welche zu kriegen! Sagte sie und lächelte mich an.
Luanas indianische Geilheit, dieses Fremde, dieses erotische in ihrem Wesen, faszinierte mich.
Schon immer, auch in meinen früheren Jahren, hatte ich das Fremde, das Geheimnisvolle, das Gefährliche gesucht.
Wie war das noch, damals
im März 1979. Mit meinem schwarzen Golf GTI fuhr ich über eine Regennasse Landstraße in der West-Schweiz. Ich war unterwegs zu einem Berg Film Festival in Montreux und wollte erst einen Abstecher in das Wallis machen. Ein Arbeitskollege hatte eine Zweitwohnung in Anzère, in der Nähe von Crans Montana in den Walliser Alpen und war in Urlaub da.
An einer Ampelkreuzung mußte ich bei Rot anhalten. Auf der linken Spur, neben mir, stand ein weinroter Bentley. Drinnen saß eine schöne, junge Frau mit langen schwarzen Haaren auf dem Beifahrersitz. Hinter dem Steuer saß ein älterer Herr und schaute aufgeregt umher. War es ihr Mann oder ihr Chef? Fragte ich mich. Auf jeden Fall waren sie keine Erholungsreisende. Es war Mittwoch und Mittwochs fährt man nicht in Urlaub, schon garnicht mit einem weinroten Bentley.
Die Frau sah mich an. Es war ein trauriger, ein hilferufender Blick. Unsere Blicke trafen sich  draußen zwischen den Fensterscheiben. Ein Lächeln, ein zwinkern, ich gab Gas und weg war ich. 
In Martigny Centre Ville fuhr ich in die Tiefgarage des Hotel Central, wo ich mir ein Zimmer gebucht hatte. Ich holte gerade meinen Rucksack aus dem Kofferraum und da kam der weinrote Bentley herein gefahren. Nanu, dachte ich, verfolgen die mich?
Die Frau lächelte mir zu und der Mann streckte den Kopf und suchte einen Stellplatz für seinen großen Schlitten. Ich verschwand im Aufzug zur Rezeption und hatte eingecheckt.
Nach dem Abendessen saß ich noch am Tresen der Lounge und trank ein  „Châteauneuf-du-Pape“,  einen edlen Rotwein. Ich wollte zum trinken ansetzen, da ging die Tür auf und die junge Frau kam mit ihrem Anhängsel herein, setzten sich nicht weit von mir an einen Tisch. Unsere Blicke trafen sich wieder, wir flirteten eine ganze Weile mit den Augen. Die Lounge Box spielte „Blue Moon“ von Tony Bennett, eine sehr erotische Stimmung lag in der Luft, es knisterte gewaltig. In der Zwischenzeit hatte ich einen kleinen Zettel vorbereitet, hatte drauf geschrieben „Zimmer Nr. 7“.
Ich trank aus, bezahlte meine Rechnung und beim vorbeigehen ließ ich mein Autoschlüssel fallen. Sie bückte sich, ich bückte mich. Es war die beste Gelegenheit. Beim aufstehen hatte ich ihr den Zettel überreicht. Sie versteckte ihn gleich in ihrer Hand. Ich war ziemlich aufgeregt, sie hätte mich auffliegen lassen können. Ich hatte Glück, ich hatte ihren Flirt mit den Augen richtig gedeutet.
Oh, Entschuldigung! Sagte ich, zwinkerte mit ihr kurz, ging weiter aus der Hotel Lounge direkt in mein Zimmer.
Für unvorhersehbare Wartezeiten hatte ich immer etwas zum Lesen dabei. Ich laß das Buch „Reisen ohne anzukommen“ von Ernesto Grassi. Eine Konfrontation mit Südamerika.
Es dauerte eine ganze Weile. Erst gegen ein Uhr nachts klopfte es leise an meine Tür. Ich legte das Buch weg und machte langsam die Tür auf. Oh ja, da war sie. Ihre schwarzen Haare hingen über einem roten Bademantel. Ihr braunes Gesicht, die hohen Backenknochen, ihre Stupsnase und die schmalen Lippen. Sie war so schön.
Sie schaute etwas ängstlich zurück und kam dann gleich in mein Zimmer.   Bonjour monsieur, je suis Sandra ! Sagte sie leise. Die Freundlichkeit der Franzosen hatte mich schon immer fasziniert. Aber Sandra war ein Insel-Mädchen aus Mauritius, wohnte in Paris und war mit ihrem Chef unterwegs zu einer Tagung in Zermatt.
Wir küssten uns  leidenschaftlich. Vorsichtig zog ich ihren roten Bademantel über ihre Schulter. Sie war nackt. Unsere Lippen lösten sich und ich ging langsam in die Knie. Ich küsste ihren Hals, ihre geilen Brüste an der Unterseite und ihre fast schwarzen, festen Nippel, die sich deutlich absetzten vom hellen Vorhof. Sie redete kaum. Ihr Parfüm roch nach süßem Holz. Sie zog mich wieder hoch, führte mich zum Bett und……….
Ihr Luststöhnen in der Nacht höre ich heute noch in manchen Träumen.
Gegen fünf Uhr morgens schlich sie aus meinem Zimmer und verschwand aus meinem Leben.
Genau derselbe Typ Frau saß jetzt, zehn Jahre später, neben mir auf einer kleinen Sandbank im Rio Tantamayo, in den peruanischen Ost-Anden
und lächelte mich an.
Zieh dich aus Gringo, ich will dich haben!
Luanas Befehl war erotisch
und direkt. Manchmal muss man Befehle befolgen und dieser erotischen Anweisung konnte ich nicht widerstehen.
Engumschlungen, nackt und geil, lagen wir auf der kleinen Sandbank. Wir bemerkten nicht die dicken Wolken, die vom Marañóntal herüber zogen.
Wir küssten uns leidenschaftlich und spielten miteinander. Ich ließ etwas Sand auf ihren Busen rieseln, ein geiler Kontrast, der helle Sand auf der braunen Haut. Sie setzte sich auf mein Becken und spielte sich auf ein Rhythmus ein, der mich wahnsinnig machte. Plötzlich gab es ein Blitz, ein Knall und es fing fürchterlich an zu regnen. Wasser ohne Ende. Schnell griffen wir unsere Sachen zusammen und schlupften in die kleine Felsenhöhle hinter dem Wasserfall.
Viel Platz war nicht in der  Höhle. Zärtlich ineinander verschlungen im „Coitus Reservatus“ warteten wir über eine Stunde, bis das
Naturschauspiel zu Ende war. Die kleine Sandbank war verschwunden. Der Fluß hatte gewaltig an Wasser zugenommen. Wir zogen unsere feuchten Klamotten an, kletterten am Fluß entlang und hoch zur Hängebrücke.
Komm doch mit zu den Kühen, sagte Luana, ich mache ein Feuer, wir können unsere Klamotten trocknen. Für den „Cerro Celmin“, da wo du hin willst, ist es jetzt viel zu spät.
Es war 12.00 Uhr Mittags. Es war wirklich zu spät.
>Ich geh mit Luana zu den Kühen, dachte ich, so bekomme ich auch ein besseren Einblick in ihre erotische Seele und in ihr Leben.<
Si, vámonos! Sagte ich, gehen wir zu den Kühen.
Die Wolken hatten sich verzogen, die Sonne schien, aber es war merklich kühler, vor allem im Schatten und mit den nassen Klamotten sowieso.
Meine Stiefel trieften vor Nässe wie Luanas schwarzen Haare, die sie zu einem Zopf zusammen gebunden hatte. Sie lächelte mich an und sagte:
Morgen begleite ich dich zum „Cerro Celmin“! Es ist besser wenn du jemand aus dem Dorf, einen Einheimischen, dabei hast, meinte sie, es ist zu deinem Schutz, ich will nicht, dass dir hier etwas passiert! 
>Ich konnte mir keinen besseren Schutz vorstellen.<
Und dein Mann? Fragte ich neugierig.
Oh, der kommt erst spät am Abend zurück, bis alle Fragen um die Leiche des Bürgermeisters geklärt sind, das dauert! Sagte sie  lächelnd.
Warum tut sie das?
Warum betrügt sie ihren Mann mit einer Selbstverständlichkeit, der nicht der Mentalität der Indigenas, der Quechúa entspricht. Die Quechúa sind zwar ein fröhliches Volk, aber doch zurückhaltend und etwas misstrauisch gegenüber Fremden.
Diesen Fragen wollte ich nachgehen. So war ich doch, wenn auch ungewollt, auf einer Forschungsreise in die indianische Erotik innerhalb meiner Expedition zur Yarowilka Kultur.
Luana war mein Forschungsprojekt, phantasievoll, tabulos, und sehr leidenschaftlich.
Eine Viertelstunde später waren wir bei den Kühen. Die Sonne hatte sich hinter ein paar Wolken versteckt.
Acht Kühe standen in einem Corral, ein etwa 500 Quadratmeter große Grünfläche, mit einer Steinmauer umgrenzt, verbunden mit einer kleinen Hütte aus Steinen. Es waren die gleichen Bruchsteine, mit den die Yarowilka ihre Häuser gebaut hatten. Neben der Hütte lag noch ein großer Steinhaufen. War das vielleicht eine zusammengefallene Ruine der Yarowilka? Haben die Quechúa ein Corral für ihre Kühe gebaut, aus den Resten einer Ruine?
Hier in dieser abgeschiedenen Region, reihten sich die Siedlungen der Yarowilka wie Perlen an eine Schnur. Viele Ruinen liegen noch im verborgenen und warten auf ihre Entdeckung.
Luana und ich gingen in die Hütte. Getrocknete Kuhfladen lagen in einer Ecke neben einer Feuerstelle. Ein Tisch und ein Stuhl in der anderen Ecke, neben einem kleinen Schlafplatz mit Alpaka-Decken.
Luana zog aus ihrem kleinen Rucksack ein Lunchpaket hervor und machte Feuer aus den getrockneten Kuhfladen. Sie lächelte mich an und sagte:
Zieh dich aus!
Meine Reise in Luanas geheimnisvolle, erotische Seele begann.

Aber das ist schon wieder die nächste Geschichte

Die Sandbank im Rio Tantamayo