EXPEDITION YARO

Peru 1989
Teil 14

„GEFAHR IM NEBEL“

Es gibt gefährliche Situationen, in denen man große Angst hat. Angst um sein Leben, oder Angst, um etwas zu verlieren, was man liebt. Es gibt krankhafte Angst, die einem lähmt und es gibt die gesunde Angst, die, in der man vorsichtig wird und sehr aufmerksam auf die Dinge um sich herum.
Die Gefahr war mein ständiger Begleiter.
Ich hatte mich noch ein wenig mit dem kleinen Jungen unterhalten, der auf dem Felsen saß und in Piruro Nr.I seine Schafe hütete, bevor ich nach Tantamayo abstieg.
Er erzählte mir, dass er in
Coyllarbamba, einer kleinen Siedlung im Tantamayotal, zu Hause ist und dass er oft auch hier oben in den Ruinen bei seinen Schafen übernachtet. Auf die Frage, wie alt er ist, hat er mir seine zehn Finger entgegen gestreckt.
Ich hatte an die Kinder bei uns zu Hause denken müssen:
Morgens haben sie ein gesundes Frühstück, dann werden sie von der Mama in die Schule gefahren. Sie haben ein Pausenbrot dabei, oder sie werden in der Schule verköstigt. Nach dem Unterricht werden sie von der Mama abgeholt, bekommen ein gesundes Mittagessen. Dann Hausaufgaben und danach Spielen oder Fernsehen. Später gibt es noch ein Abendessen und in der Nacht ein gemütliches, warmes Bett.
Welch ein Kontrast, dachte ich.
Ich hatte, aus Interesse, in die Ruine geschaut. In einer Nische sah ich ein paar Decken aus der robusten Alpaka-Wolle. In der Nacht kann es hier oben, in knapp 4000 Meter Höhe, fürchterlich kalt werden. Nicht selten fällt die Temperatur auf diesen wolkennahen Felskämmen weit unter den Gefrierpunkt. Ich sah noch ein Kanister mit Wasser, zwei Kerzen und Streichhölzer und einen kleinen Stoffbeutel. Ich hatte ihn aus Neugier geöffnet, es waren Koka-Blätter. Schon im Kindesalter kauen die Indigenas Koka-Blätter, ihre Substanz unterdrückt Hunger und Kälte.
Und da der Junge lächelte und eigentlich glücklich aussah, wollte ich nicht länger darüber nachdenken, sonst hätte mich Wut und Traurigkeit überfallen.
Und wie heißt du? Fragte ich den kleinen Jungen weiter.
Gustavo! Sagte er und hat sich mit seiner kleinen Hand über den dreckigen Mund gewischt.
Gustavo, hast du die vier Männer gesehen? Fragte ich.
Ja, die haben heute Nacht hier geschlafen und die kommen auch wieder, die sind schon die ganze Woche hier! Sagte er und lächelte wieder.
Sind das Militär Soldaten?
Wollte ich von ihm wissen.
Nein, das ist kein Militär, die passen nur auf wenn jemand vorbeikommt! Erwiderte er.
Aahh, das ist Polizei? Fragte ich neugierig weiter und lächelte ihn an.
No es policía! Seine Stimme klang traurig.
Ich hörte auf zu lächeln und ich hörte auch auf zu fragen.
Ich hatte Gewißheit. Ich war auf ein Lager der Sendero Luminoso gestoßen. Piruro Nr.I hatten die Terroristen als Kontrollpunkt eingerichtet. Ganz schön raffiniert, dachte ich. Schon die Yarowilka hatten von hier aus alles unter Kontrolle und konnten weit in das Land schauen. Sie hatten ihre Städte in Sichtweite errichtet und konnten, wenn Gefahr drohte, ein akustisches oder sichtbares Signal geben.
Mich schauderte es und meine Gedanken überschlugen sich.
Schon kurz vor meiner Abreise zu Hause war mir ja klar, auf welches Abenteuer ich mich einließ. Ich war nicht nur auf einer „Reise in die Vorinkazeit“, ich war auch, wenn auch nicht ganz unfreiwillig, „Auf den Spuren des Sendero Luminoso, des Leuchtenden Pfad“ unterwegs gewesen.
Dunkle Wolken zogen wieder aus dem Marañóntal herüber. Schnell verabschiedete ich mich von Gustavo, tätschelte seine Schulter.
Vaya con Dios Chico, machs gut kleiner. Er lächelte mir nach und ich stieg ab in Richtung Tantamayo.
Die Wolken zogen schnell herüber und verwandelten
Piruro Nr.II, die „Galerie des Todes“ in eine gespenstige Szenerie. In meiner Phantasie sah ich wieder die Mumien der verstorbenen Könige in den Nischen. Schnell ging ich vorbei. Die Sonne schaffte es immer wieder kurz durch eine Wolkenlücke zu blinzeln und malte mein Schatten in die helle Nebelwand. War es ein göttliches Zeichen? War es vielleicht „Jack“ mein Schutzengel?
Irgendwie hatte ich im Nebel einen anderen Weg
eingeschlagen, denn an Piruro Nr.III, dem verfallenen Wohnviertel der Yarowilka, kam ich nicht mehr vorbei. Plötzlich standen sie vor mir. Wie aus dem Nichts, kamen sie aus dem Nebel heraus und fletschten ihre Zähne. Es waren drei große Hunde. Ihr beigeweißes Fell zerschmolz mit der Farbe des Nebels. Ich konnte in ihnen keine wirkliche Rasse erkennen. Es waren keine Kampfhunde, es war irgendeine südamerikanische Plaza Mischung, sahen übel aus. Sie bellten lautstark und versuchten ihr Territorium zu behaupten. Ich war nicht ängstlich, aber ich war vorsichtig, meine Hundeliebe hatte ihre Grenze gefunden. Mein Glück war, sie griffen mich in der Gruppe immer von einer Seite an, sie hatten sich nicht verteilt. Ich nahm mein Rucksack in die Hand und bei jedem Angriff machte ich mich größer. Zum Glück hatte ich noch ein paar Steine gefunden und konnte mich so verteidigen.
Es dauerte eine ganze Weile bis ich an diesen Bestien vorbei war, dann ließen sie von mir ab und verschwanden im Nebel.
Wo war ich hingeraten? Auf welchem Weg war ich?
Fragte ich mich.
Ich stieg weiter bergab, das war immer die richtige Richtung.
Leichter Regen hatte den Nebel verdrängt und gab den Blick nach oben frei. Auf einer größeren Distanz konnte ich das verfallene Wohnviertel der Yarowilka erkennen. So war ich doch weit vom richtigen Weg abgekommen. Ich musste mich ein wenig rechts halten, um unten am Rio Tantamayo auf die Hängebrücke zu kommen.
Wie vom Blitz getroffen zuckte ich zusammen, mein Pulsschlag erhöhte sich abrupt, trotzdem ich bergab ging. Angst stieg in mir auf. Angst, dass ich gesehen werde. Es waren die vier bewaffneten Terroristen die, nicht weit weg von mir, auf dem richtigen Weg nach oben stiegen. Instinktiv duckte ich mich hinter einem nassen Strauch. Wasser tropfte von den Blättern auf meine Hand, aber es hörte auf zu regnen.
Plötzlich liebte ich den Nebel, der mich auf den falschen, aber dennoch richtigen Weg führte. Ich liebte diese wilde Bestien,
die mich eine Zeit lang beschäftigten. Wäre all das nicht gewesen, ich wäre den Terroristen direkt in die Arme gelaufen.
War es göttliche Vorsehung?
Ich dachte an meinen Konfirmationssppruch aus den 60er Jahren.
Psalm 23, Absatz 3 und 4 aus der Luther Bibel,
die Studienfassung:
3.) Meine Lebenskraft bringt er zurück, und er führt mich auf richtigen Pfaden, um seinem Namen gerecht zu werden.
4.) Auch wenn ich durch das Tal des Todesschattens gehe, fürchte ich keine Gefahr denn du, du bist bei mir. Deine Keule und dein Stab geben mir Zuversicht.
Aber noch mehr bewegte mich der Bibelspruch des „Buches Josua/Kapitel 1.9“,
das da heißt:
Sei mutig und entschlossen!
Lass dich nicht einschüchtern, und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.
So langsam wurde ich zum „Heiligen Cheo“, und meine heilige Schrift lautete aus dem Kapitel 1.1:
„Das schlimmste was mir passieren kann ist, dass ich nichts erlebe“.
Mit all diesen Gedanken stieg ich nach einer Weile hastig bergab, immer etwas rechts haltend und immer zurückschauend, ob mir jemand folgt.
Bergab geht es immer schneller, so ging ich nach gut einer Stunde über die Hängebrücke und nach weiteren 20 Minuten war ich wieder in Tantamayo. Als ich das Hoftor meiner Unterkunft öffnete, dämmerte es schon. Der Hahn stand vor mir und krähte, „äh äh ähh äähhhtsch“ und seine geilen Hühner stolzierten über den Lehmboden und pickten Grünzeug auf.
Oh Gott, wie liebte ich diesen bekannten, schrecklichen Klang, der mich am frühen Morgen aus meinem erotischen Albtraum holte. Es war ein Klang der Sicherheit, der Geborgenheit.
Nachdem ich mich am Waschplatz frisch gemacht hatte, brachte mir mein Gastgeber „Señor Ortéga“ das Abendessen, es gab Nudeln mit Fleisch bei Kerzenlicht. Señor Ocaña lächelte und fragte:
y como estuvo tu dia, que te parece?
(und wie war dein Tag, was denkst du?)
Ich erzählte ihm von der Galerie des Todes, von den vier bewaffneten Terroristen, von dem kleinen Gustavo und von dem Erlebnis mit den Hunden im Nebel. Und ich erzählte………
Das Abenteuer zog mich in seinen Bann. Ich wollte mehr wissen von dem geheimnisvollen, unbekannten Volk der Yarowilka und von dem kleinen Dorf in dem toten Winkel der peruanischen Ost-Anden.

Aber das ist wieder die nächste Geschichte

EXPEDITION YARO

EXPEDITION YARO
Peru 1989
Teil 13

„GALERIE DES TODES“

In der Nacht hatte ich Albträume. Ich muss dazu sagen: „Es gibt schreckliche Albträume, in denen man Angst hat und Schweiß gebadet aufwacht und es gibt schöne Albträume, in denen man Angst hat, dass sie auf einmal zu Ende sind, weil man aufwacht. Diese Träume in der Nacht waren schrecklich schöne Albträume.
Rosa und Liza besuchten mich und fesselten mich nackt ans Bett. Ich spürte ihre Hände, Lippen und Zungen überall. Als Rosa auf meinem Becken saß und ich ihr Luststöhnen stocken hörte, wachte ich auf, weil draußen im Hof ein blöder Hahn krähte. Er musste ganz in der Nähe meiner Zimmertür gewesen sein. Es hörte sich schrecklich an, so wie „äh äh ähh äähhhtsch. Das schöne blieb zurück, eine Schlange in meinem Schlafsack, aber die war mir ja bekannt.
Der Morgen war jung und draußen wurde es langsam hell. Ich zog mich an, packte meinen kleinen Rucksack, mit allem, was ich zum Überleben in fremden Regionen benötigte, ging nach draußen und setzte mich auf den Stuhl der vor meinem Zimmer stand. Da sah ich ihn laufen, den Übeltäter, der mich aus dem nackten Traum geholt hat. Er war ein stolzer Hahn, dem ein paar geile Hühner folgten.
Mein Gastgeber kam gerade aus der Küche und brachte mir schwarzen Kaffee und, zu meiner Verwunderung, Fladenbrot und Marmelade. Alles was ein Europäer frühmorgens braucht. Lächelnd begrüßte er mich, stellte alles auf den Tisch und sagte:
Buen provecho Señor!
Wir kamen ein wenig ins Gespräch und während der Unterhaltung habe ich erfahren, dass sein Bruder in der Schweiz lebt, in Zürich. Er arbeitet als Koch im Hotel Schweizer Hof und ist mit einer Schweizerin verheiratet.
Es war vor zehn Jahren, erzählte er. Die Frau kam mit französischen Archäologen in unser Dorf und mein Bruder ging mit ihr in die Schweiz. Vor vier Jahren hatten sie uns mal besucht und ab und zu schicken sie uns ein wenig Geld. Und wie sagte mein Gastgeber noch:
Aprendí dos palabras en alemán: (zwei Wörter lernte ich in deutsch)
Fristick i Marrmlad (Frühstück und Marmelade) und er nickte mit dem Kopf.
Bueno, sagte ich und lächelte ihn an. Ich fragte ihn noch nach dem Weg nach Piruro. Er meinte:
Ja, da müssen sie erst runter in die Schlucht und dann etwa 800 Höhenmeter auf der anderen Seite nach oben. Drei, manchmal vier Stunden, der Weg ist gut.
Aber passen sie auf, es ist gefährlich, es gibt viele schlechte Menschen da!
Dem Zeitgefühl der Lateinamerikaner traute ich noch nie, aber nach meinen Berechnungen könnte es stimmen und, naja, schlechte oder unangenehme Menschen war ich gewohnt.
In meinem Leben und auf all meinen Reisen habe ich
gelernt mit den Gefahren, seien es objektive oder subjektive Gefahren, umzugehen.
(*Objektive Gefahren sind Gefahren, welche außerhalb des menschlichen Beherrschungsvermögens liegen

*Subjektive Gefahren sind Gefahren, welche aus dem Verhalten des Menschen entstehen.)
Und in meinem Leben habe ich mir angewöhnt, immer zuerst an das schlechte und schlimme zu denken, so bin ich mir immer sicher, dass alles besser werden kann.
Ich hatte zu Ende gefrühstückt und wollte gerade aufbrechen, da kam mein Gastgeber aus der Küche und reichte mir ein Fladenbrot mit Käse und Koka Tee für unterwegs. Eine Notration mit getrockneten Früchten und Müsliregel hatte ich ja immer dabei, aber das Fladenbrot mit Käse und Kokatee war eine willkommene Abwechslung. Er meinte noch:
Cuidado hombre! (pass auf,
Mann)
Si claro! Sagte ich, lächelte und stieg dann ab in die Schlucht zum Rio Tantamayo. Ich ging über die Hängebrücke auf die andere Seite und begann mit dem Aufstieg nach Piruro. Vorbei an ein paar Lehmhütten und an prachtvollen Pflanzen, die „Campanilla“ (Tropen Trompete) ist ein Strauch von mindestens 8 Meter Höhe. Die Blüten sind giftig. Das Gift wurde bei geheimnisvollen Ritualen benutzt, um Menschen in Trance zu versetzen. Feuerlilien und Orchideen. Blumen, die es bei uns nur als Zimmerpflanzen gibt.
Nach mehr als drei Stunden kam ich zu dem verfallenen Wohnviertel der Yarowilka. Es wird bezeichnet als „Piruro Nr.III“.
Piruro ist das einheimische Wort für den Spinnwirtel, eine kleine durchlöcherte Holz oder Tonscheibe. Damit der Faden nicht herrausfallen kann, wird sie auf das Ende einer Spindel gesteckt. Ein Argument also, dass in diesem Ort Wolle gesponnen oder gewebt wurde.
Ich stieg weiter bergauf. Wolken zogen aus dem Marañóntal herüber und verwandelten die unwirtliche Landschaft in ein difuses Licht. Es fing an zu regnen. Plötzlich brachen die Wolken auf und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich stand vor dem Heiligtum der Yarowilka. Ich hatte Piruro Nr.II erreicht.
Die Gebäude stehen im Halbkreis nebeneinander.
Einmalig für ganz Südamerika sind die Häuser, die auf fünf Stockwerke fast zehn Meter hochgezogen sind. Die Giebel der Bauwerke haben eine Ähnlichkeit mit den Maya-Pyramiden in Guatemala.
Trittsteine führen zu den seltsamen Nischen die 90cm hoch, 60cm breit und ein Meter tief sind.
Die Zahlen beweisen, dass hier in diesen Nischen einst zusammengeschrumpfte Mumien verstorbener Könige kauerten. Die Yarowilka haben sie regelrecht zur Schau gestellt. Diese Kenntnis ließ mich erschaudern. Ich stand mittendrin in einer „Galerie des Todes“.
Aber Grabräuber haben längst die geschmückten Leichenbündel gestohlen.
Ein weiterer Beweis liefert ein Ritzstein in der Mauer.
Er zeigt ein Spiralmotiv.
Das Spiralmotiv hat bei Naturvölkern rein kultische Bedeutung, es symbolisiert
die Rückkehr der Sonne, ewige Wiederkehr, Überwindung des Todes und neues Leben.
Französische Archäologen haben in dieser „Galerie des Todes“ ein Haus untersucht. Sie fanden Keramik und Reste organischer Stoffe aus der Zeit um 1000 v. Chr.
Der Französische Archäologe „Luis Girault“ kam bei anderen Gegenständen mit Hilfe der C14 Analyse (einer Radiocarbondatierung) auf ein Alter von 3900 bis 4100 Jahren. Aber leider konnten diese Zahlen durch weitere Materialanalysen nicht bestätigt werden.
Doch erwiesen ist:
Piruro steht auf uraltem Kulturboden.
Über eine Stunde hatte ich mich in der „Galerie des Todes“ aufgehalten und wollte gerade weiter hoch steigen bis Piruro Nr.I, als sich plötzlich von oben, noch hinter der versetzten Wehrmauer, vier Männer näherten. Sie waren militärisch gekleidet und mit Maschinengewehre schwer bewaffnet. Es war wohl eine Militärpatrouille oder Guerrilleros des Sendero Luminoso auf einem der „Wege des Terrors“. Ich hatte schon 1985 auf einer Reise durch Guatemala Erfahrungen mit den Militärs und mit Privatpatroullien im Guerilla Krieg gemacht, schlechte Erfahrungen.
Und da sie mich noch nicht gesehen hatten, überlegte ich kurz:
Sollte ich mich zu erkennen geben?
Nein. Ich hatte mich in einer der oberen Nischen versteckt. Ich kauerte in dem Loch wie eine damalige Königs-Mumie. Sie bemerkten mich nicht, aber ich konnte sie deutlich hören, sie sprachen ein Quechúa Dialekt. Militärs in Peru sprechen eigentlich Spanisch, so konnten es nur Terroristen sein, dachte ich. Als sie unter mir vorbei gingen, hörte ich mein Herz pochen bis zum Hals. Ich hatte bestimmt ein Pulsschlag von 160, ohne dass ich mich bewegte. Die Situation kann man mit drei Worten beschreiben:
„Ich hatte Angst“.
Angst, dass sie mich entdeckten. Dann wären mir zwei Optionen sicher gewesen: „Entführen und/oder gleich Erschießen“
Wer stirbt schon gerne in den Anden?
Ich dachte an die drei deutschen Studenten, die 1983 auf dem Inka Trail nach Machu Picchu ermordet wurden. Und ich dachte an diese alte Frau in Huánuco. Was sagte sie noch?
Hola Gringo, a donde viajes? vas a morir“! (Hallo Gringo, wohin reist du? du wirst sterben!)
Mein Aberglaube kam wieder in mir hoch. Sollte sie wirklich recht behalten?
Ich beruhigte mich, als ich die Terroristen nicht mehr hörte. Über eine halbe Stunde kauerte ich in dieser Nische. Ich hatte mein Fladenbrot und den Käse gegessen und den Koka Tee getrunken, den ich mir abgefüllt hatte. Eine Köstlichkeit in meinem kleinen Versteck.
Ich kam wieder, wie so oft, ins grübeln: Mit wie wenig doch man zufrieden sein kann, „ein kleiner Rucksack, paar Dinge zum Überleben, ein Fladenbrot, ein bisschen Käse und Kokatee auf einem spektakulären, alten Kulturboden mitten in den Anden. Demut.
Ich schaute um mich. Ich konnte niemand mehr sehen oder hören und so wagte ich es rauszukommen aus meiner Nische. Ich war wieder alleine, ganz alleine, mitten in der „Galerie des Todes“
Ich stieg dann weiter bergauf und erreichte auch bald Piruro Nr.I, es diente den Yarowilka für astronomische Zwecke oder es war ein Aussichtspunkt, um weit in die Landschaft hinaus zusehen. Die Feinde lauerten überall. Hier oben in fast 4000 Meter Höhe war ich nicht alleine. Ein kleiner Hirtenjunge saß auf einem Felsen, der seine Schafherde hütete.
Durch ein Loch in den Wolken konnte ich die Cordillera Huayhuash erkennen. Der Yerupája ist der zweit höchste Berg Perus und der Heilige Berg der Yarowilka. Das war mein nächstes Ziel, ein weiter, gefahrvoller Weg.

Aber das ist wieder die nächste Geschichte.

EXPEDITION YARO

EXPEDITION YARO
Peru 1989
Teil 12

„WEGE DES TERRORS“

Ich saß im Regen, zwischen Kisten oben auf einem Lkw. Schräg unter mir lagen Einheimische Männer und Frauen auf Säcken und lächelten mich an. Ich war wie in Trance, hörte immer wieder Rosas rassige  Stimme rufen: „Bleib doch Gringo, du passt zu uns“!         
Eine alte Frau reichte mir eine Plastikplane, mit der ich mich abdeckte, um ein wenig trocken zu bleiben. Ich hatte Chuquibamba, die goldene Ebene verlassen. Ich hatte es geschafft, mich aus den Fängen der zwei Nymphen „Rosa und Liza“ zu befreien. Meine erotische Seele blieb bei ihnen zurück.
Drei Stunden waren es noch bis ins Herz der Yarowilka. Drei Stunden auf der schlammigen Piste bis nach Tantamayo, das einsame Dorf in den Ost-Anden. Ein paar Dutzend Häuser aus Lehm stehen an einem Südost Hang in 3500 Meter Höhe, weit ab jeglicher, touristischer Zivilisation. Hier war Talschluss. Von hier aus ging es nur noch zu Fuss, mit Pferd und Packesel auf Trampelpfaden Richtung Norden zu den einsamen Siedlungen Urpish, Jircan, Rapayan und Arancay, sowie über die Berge nach Osten, in die Urwaldregionen nach Monzon und weiter nach Tingo María. Heimliche Wege der Drogenkuriere und des Terrorregimes „Sendero Luminoso“, der die gesammte Gegend um Tantamayo zu dieser Zeit beherrschte. Ich benutzte diese „Wege des Terrors“ zu den noch unbekannten Geisterstätten der Yarowilka-Kultur in fast 4000 Meter Höhe.
Wegen einer Reifenpanne kam ich erst am späten Abend an und fand ein Platz zum schlafen in der einzigen Unterkunft des Dorfes. Es war ein einfaches Zimmer mit drei Betten aus Eisen und drei Stühlen, umfunktioniert zu Nachttischen und einem alten Tisch. Wie immer gab es kein Strom und das Wasser kam aus der Zisterne im Hof. Der Besitzer war sehr freundlich und brachte mir noch was zu essen, eine Quinoa-Suppe mit viel Gemüse, sehr köstlich im Schein meiner Kerzenlampe. Auf einem der Stühle entdeckte ich ein altes, abgegriffenes Gästebuch. Der letzte Eintrag war eineinhalb Jahre alt, er war von zwei französischen Archäologen geschrieben, die hier Forschungsarbeiten  an den Ruinen der Yarowilka durchführten. Sie schrieben, dass hier in der Gegend um Tantamayo über 80 archäologische Ausgrabungen geben würde. Somit ist hier am oberen Rio Marañón die archäologisch reichste Region nicht nur Perus, sondern ganz Südamerikas.  Es wurde immer interessanter für mich. Mit diesen Gedanken ging ich schlafen, denn ich wollte am nächsten Morgen gleich nach dem Frühstück auf einem Weg des Terrors aufsteigen nach Piruro, zum heiligsten Ort der Yarowilka.

Aber das ist wieder die nächste Geschichte.

EXPEDITION YARO

Peru 1989
Teil 11

„LIEBE UND TOD IN DEN ANDEN“

Es wurde dunkel und
unsere nackten Körper leuchteten im flackernden Licht der Kerzen wie das Gold des Rio Marañón.
Liza befreite sich aus meinen engumschlungenen Armen, zog sich ihren Rock an und ging nach draußen.
Rosas nackten Körper spürte ich an meinem Rücken, sie legte ihr Bein über meine Hüfte und streichelte meine Brust, mein Bauch. Sie zog mich auf den Rücken, setzte sich auf mein Becken und atmete tief durch. Sie stützte sich mit ihren Armen ab, bewegte sich immer heftiger, intensiver und schaute mir in die Augen. Ihre Atmung stockte. Leise flüsterte sie mit zitternder Stimme:
Deine Erregung macht mich wahnsinnig, oh mein Gott, tu eres un brujo, brujo mió ( du bist ein Hexer, mein Hexer).Ihr Liebesgeflüster wurde unterbrochen. Liza rief von draußen:
Das Essen ist fertig!
Kommt ihr?
Rosa rief nach draußen:
Ja ja, wir kommen,…gleich!
Ihre Stimme stockte und ihr Becken bebte. Ich hielt sie fest und sie schaute mich mit verdrehten Augen an und seufzte:
Brujo mió, vamos afuera (mein Hexer, lass uns nach draußen gehen).
Rosa befreite sich aus meinen Armen, zog ihren Rock und ihr rotes Shirt über ihren schwitzenden Körper und ging lächelnd nach draußen. Ich zog schnell meine Hose an und ging mit offenem Hemd in den Hof.
Liza hatte eine gemütliche Ecke hergerichtet mit einem Tisch, drei Stühlen und einer Petroleumlampe und hatte schon das Erdloch mit dem Pachamanca geöffnet.
Wo ist Ramon? Fragte ich.
Ramon schläft schon, er braucht noch viel Schlaf im Gegensatz zu uns! Sagte Liza lächelnd und belegte unsere Teller mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse.
Rosa schenkte uns „Chicha Morada“ in die Gläser, ein Alkoholfreies Maisgetränk.
Die Hühner schliefen auch schon, nur die Meerschweinchen krabbelten noch um unsere Füße herum.
Rosa lächelte mich an, streichelte meine Schulter und säuselte mir ein liebes „buen provecho“ ins Ohr.
Und Liza zog die Blicke auf sich, meine Blicke. Sie saß mit nacktem Oberkörper am Tisch und spürte, wie ich sie mit den Augen berührte. Meine Blicke wanderten über ihre tiefbraune Haut, ihre wilden Rundungen mit den geilen Spitzen. Sie grinste, legte ihre Hand auf mein Oberschenkel und sagte:
Buen provecho mein Lieber!
Buen provecho! Rief ich über den Tisch. Ich hatte Hunger, nicht nur auf das Pachamanca, nein, ich hatte auch Hunger auf diese kreolische, tabulose Erotik.
Ein Lkw fuhr draußen vorbei, das Geräusch verhallte. Dann fiel in der Nähe ein Schuss und gleichdrauf noch ein Schuss. Palaver drang von draußen herein. Einer rief:
Alto, alto!
Ein anderer rief:
Donde esta?
Es fiel noch ein Schuss.
Lichtkegel flackerten durch die Luft, dann war es totenstill.
Liza drehte die Petroleumlampe aus.
Jetzt ganz leise sein! Sagte sie ängstlich.
Ich sah Rosa an. Sie drückte ihren Zeigefinger auf ihre geilen, vollen Lippen und meinte:
Psst!
Ohne ein Wort aßen wir im dunkeln zu Ende und Rosa stellte danach das Geschirr in den Waschtrog. Der Mond stand über den östlichen Bergen und tauchte die Meerschweinchen in ein gleißendes Licht. Liza nahm meine Hand, zog mich ins Schlafzimmer und Rosa kam schleichend hinterher.
Liza kniete sich vor mir, zog mir die Hose runter und küsste meine Erregung. Rosa grinste im Licht der Kerzen, als ich Lizas Lippen, ihre kreisende Zunge spürte. Liza drückte mich zärtlich auf die Schlaf-Insel.
Oh man, sagte ich leise vor mich hin, wo bin ich da nur hin……geraten? Meine Stimme stockte, weil ich Lizas Lippen, ihre Zunge intensiver spürte und……..
Ich war in die Fängen zweier kreolischen Nymphen geraten, in einem Sog der Lust und Leidenschaft, mitten im „Rupa Rupa Land“ und fühlte mich wie Gott in Afrika. In dieser Nacht kam ich nicht zum schlafen. Chuquibamba, die goldene Ebene, wurde in dieser Nacht zur tabulosen, erotischen Ebene, mit Ausgangssperre und allen Annehmlichkeiten.
Am Morgen lag ich auf dem Rücken und starrte das Ichú-Gras an der Decke an. Rosa lag an meiner rechten und Liza an meiner linken Seite. Unsere nackten Körper waren mit einer roten Decke aus Lamawolle bedeckt und die Hähne krähten schon eine ganze Weile um die Wette
Liza drehte sich zu mir, streichelte über meine Brust und flüsterte leise in mein Ohr:
Gringo, tu eres un brujo!
Ja, ich weiß! Rosas brujo!
Sagte ich.
Und auch meiner! Grinste sie, zog die Decke weg und ging nach draußen.
Rosa stand auch auf, nahm meine Hand und zog mich von der Schlaf-Insel.
Komm mit, wir gehen runter zum Fluß und machen uns frisch! Sagte sie.
Die Februarsonne blinzelte über den östlichen Bergen, tauchte das Marañóntal in ein warmes Licht. Liza kümmerte sich um Ramon und das Frühstück und Rosa lockte mich mit ihrem tiefbraunen, unersättlichen, geilen Körper runter zum Fluß.
Kommst du? Rief sie und streckte ihren Arm nach mir aus. Ich nahm ihre Hand und zusammen liefen wir nackt durch Lizas Kräutergarten und weiter über die Natursteinstufen hinunter auf die kleine Sandbank des Rio Marañón.
Rosa legte sich in das Flachwasser und zog mich zärtlich zu sich. Meine Lippen, meine Zunge wanderten über ihre zarte, tiefbraune Haut und unsere tabulose Liebe erzeugten orgiastische Wellen der Leidenschaft. Ihre Lustschreie schluckte der rauschende Marañón.
Liza kam etwas später dazu und genoss auch diese zügellose Leidenschaft.
Schließlich befreite sie uns aus den erotischen, wilden Wellen der Lust.
Nach dem Frühstück, gegen Mittag, verabschiedete ich mich von Liza und Rosa und hatte Chuquibamba, diese goldene, erotische Ebene verlassen. Ich fuhr mit dem ersten Lkw weiter, tiefer in das Herz der Yarowilka Kultur.

Aber das ist schon wieder die nächste Geschichte.

EXPEDITION YARO

Peru 1989

Teil 10

„ROSAS TANTE“

Die Sonne war hinter den über 4000 Meter hohen Bergen verschwunden. Ab und zu blinzelte sie noch zwischen Bergspalten hindurch und ließ das Marañóntal gelborange leuchten. Rosas gelbe Bluse leuchtete mit der
Landschaft um die Wette und ihre dunkelschwarzen, halblangen Locken und ihrer tiefbraunen Haut ergaben einen wunderschönen, erotischen Kontrast, der mich dahinschmelzen ließ. Rosa nahm ihr Bündel in die Hand und ging Voraus. Ich zog mein Rucksack über die Schulter, meine Fototasche hatte ich um die Hüfte geschnallt und ging ihr hinterher.
Ich erinnerte mich. Es gab schon mal jemand, dem ich hinterher gegangen bin.
Wie war das damals, 1976, jene Zeit, wo ich angefangen habe Bergerfahrungen zu sammeln.
Ich saß in einem Wirtshaus in Tirol und hatte einen alten Mann kennengelernt. Er arbeitete für die örtliche Gemeinde. Es war schon spät am Abend gewesen, als er mir sagte, dass er am nächsten Tag auf die Berge geht, um die Wege zu markieren. Ich hatte ihn gleich gefragt, ob er mich mitnehmen könnte?
Gibscht mir a wenig Geld, dann nehm i di mit! Hatte er gesagt. Ich gab ihm ein paar Schilling und am nächsten Morgen waren wir ganz früh aufgebrochen, es war fast noch dunkel.
Ich hatte meinen ersten privaten Bergführer. Wir gingen auf steilen Pfaden durch die Berge. Er ging voraus, markierte mit einem Pinsel und Farbe an gut sichtbaren Stellen den Weg und ich ging ihm hinterher, wie ein Hund seinem Herrchen. Wir überquerten Schneefelder und kletterten über steile Felsen. An gefährlichen Abgründen gab er mir die Hand, so dass ich nicht abstürzte. Es war wie im Traum. Und am Abend saßen wir wieder im Wirtshaus und er erzählte mir Bergerlebnisse aus Neuseeland, aus dem Himalaya, aus Mexiko und aus den Anden. Ich hörte ihm gespannt zu und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Diese Geschichten umschrieben nur ein Wort, „Abenteuer“. Mein Respekt und meine Sehnsucht wuchsen ins unerträgliche.
In den nächsten, kommenden Jahren war ich dieser Sehnsucht, dem „Ruf der Berge und der Wildnis“ gefolgt.
Durch meinen Beruf, den ich gelernt und damals ausgeübt habe, hatte ich sehr viel Freizeit.
So war ich fast drei bis viermal im Monat, für ein paar Tage in den Alpen unterwegs.
Bei der „Hochgebirgsschule Tyrol“ erlernte ich das Bergsteigen in Felsen und Eis. Bergführer lehrten mich die Knotentechnik und den Umgang mit dem Seil am Berg. Ich lernte die Eistechnik, das Gehen und Klettern mit Steigeisen und Eispickel. Und ich erlernte die Navigation mit Karte und Kompass. Alles in allem lernte ich, wie ich selbständig Touren und Expeditionen planen und durchführen konnte und wie ich in der Natur überleben kann.
Und mit all dem Wissen und dieser Sehnsucht, lief ich „Rosa“, dieser schönen Kreolin, hinterher zu ihrer Tante.
Chuquibamba heißt auf Deutsch „Goldene Ebene“. Nicht nur weil die Sonne die Landschaft Golden erschienen ließ, nein, es ist der goldhaltige Marañón, der ihr den Namen verlieh.
Seitdem die Terroristen diese Region kontrollierten, ließ sich kein Goldwäscher mehr hier blicken.
Ein Lkw mit schwer bewaffneten Soldaten fuhr an uns vorbei, als Rosa an die Tür klopfte, wo ihre Tante wohnte. Die Tür ging ein Spalt breit auf. Rosa drückte die Tür etwas weiter auf und eine junge Kreolin mit blauschwarzen langen Haaren stand in der Tür. Ihre weiße Bluse war ein Knopf zu wenig zu geknöpft. Das goldene Kreuz an der Kette zierte das erotische Tal mit den sanften Hügeln und ihren geilen Spitzen. Oh Gott, wie bin ich süchtig nach den altamerikanischen Kulturen und nach dieser wilden, erotischen Berglandschaft. Ihre zarte, tiefbraune Haut schrie förmlich nach küssenden Berührungen. Ihr markantes Gesicht mit der Stupsnase und dieses niedliche Lächeln war überwältigend. Sie war nicht viel älter als Rosa.
Hola tía Liza, como estas!
Rosa begrüßte ihre Tante mit einer innigen Umarmung und Küsschen links, rechts, links und rechts. Die Umarmung löste sich und Liza schaute mir in die Augen und sah Rosa fragend an.
Oh! Sagte Rosa.
Das ist Walter, ein Freund aus Deutschland, er will nach Tantamayo!
Er bleibt über Nacht bei uns, wenn du nichts dagegen hast? Rosa grinste mich an und Liza grinste mit und meinte:
Ja gerne!
Sie umarmte mich innig. Küsschen links, Küsschen rechts. Ich fühlte diese wilde Erotik, diese sanften Hügeln mit ihren geilen Spitzen. Und gerne hätte ich sie weiter geküsst durch das erotische Tal, aber wir gingen durch den Hof ins Haus. Blasgelbe Küken, sie sahen aus wie kleine Wollknäuel, rannten über den Lehmboden und durch unsere Beine hindurch.
Meerschweinchen lagen auf einem Haufen in der Ecke und Hühner stolzierten über den Lehmboden und pickten Grünzeug auf. Eine typische
Lebenswelt eines ländlichen Anwesens in dieser entlegenen Region.
Aber irgendetwas war anders, es war diese prickelnde Erotik die Rosa und Liza ausstrahlten.
Das Haus wurde aus Lehm gebaut und das Dach war aus dem harten Ichú-Gras gedeckt, das hier überall wächst. Drei kleine Zimmer hatte es, ohne Fenster. Im Nebengebäude, gleich neben der Zisterne, war die Küche, Waschraum und Toilette. Wir saßen am Tisch als gerade ein kleiner Junge zu mir kam und mich an der Hose zog.
Na hallo, wer bist du denn? Fragte ich.
Das ist Ramon, mein Sohn! Sagte Liza und lächelte. Nächsten Monat wird er fünf Jahre alt, erzählte sie.
Und wo ist Ramons Vater? Fragte ich in den Raum.
Liza schaute Rosa an, drehte langsam ihren Kopf zu mir, sah mir tief in die Augen und sagte mit trauriger Stimme:
Vor drei Jahren kamen Terroristen in der Nacht und haben ihn mitgenommen, er ist nicht mehr zurückgekommen! Sie senkte für einen Augenblick ihren Kopf. Ich nahm ihre Hand, beruhigte sie und sagte:
Das tut mir leid Liza! Ich streichelte ihren Arm. Liza schaute mir wieder in die Augen, drehte ihren Kopf zu Rosa und sagte lächelnd:
Schön, dass ihr hier seid, ich bereite für uns ein „Pachamanca“ vor! Sie stand auf, nahm Ramon an die Hand und ging durch den Hof in die Küche.
Eine „Pachamanca“ ist ein Festessen. Es besteht aus Rind oder Schaffleisch, mit Kartoffeln und Gemüse, das in einem Erdofen gegart wird. Eine peruanische Spezialität.
Rosa nahm ihr Bündel in die Hand und sagte:
Komm, wir bringen unsere Sachen ins Schlafzimmer!
Ich nahm mein Rucksack und ging Rosa hinterher ins Schlafzimmer.
Es war nicht das Bett, nein, es war diese Schlaf-Insel und die Gedanken an Liza und Rosa, die mich erregten. Es war eine Art Matratze aus getrocknetem Gras, viel weicher als das Ichú-Gras. Darüber lag eine rote Decke aus der weichen Lama-Wolle. Am Fuß der Schlaf-Insel lagen noch ein paar Decken der gleichen Wolle. Die Nächte in den Anden können sehr kalt werden. Nicht selten fällt das Thermometer in der Nacht weit unter den Gefrierpunkt, obwohl es tagsüber über 30 Grad warm werden kann.
Ich stellte mein Rucksack und die Fototasche in eine Ecke auf den Lehmboden und drehte mich um. Rosa hatte ihre gelbe Bluse ausgezogen und war gerade dabei ihre kleinen, festen Brüste mit einem roten T-Shirt zu bedecken. Sie zog es über ihre tiefbraune Haut, umarmte mich und sagte leise:
Schön, dass du mitgekommen bist, du wirst es nicht bereuen!
Sie löste die Umarmung und drückte mich rückwärts, so dass ich auf die Schlaf-Insel fiel. Sie zog ihr T-Shirt wieder aus und kniete sich über mich. Sie knöpfte gerade mein Hemd auf, als Liza plötzlich grinsend in der Tür stand. Ein kleines Küken drückte sie zärtlich an ihre Brust, das versuchte in ihren Ausschnitt zu krabbeln. *oh wie gerne wäre ich jetzt das Küken, würde versuchen weiter zu krabbeln und diese geilen, erotischen Rundungen zu erkunden *
Liza setzte das Küken zurück auf den Boden, das schnell nach draußen huschte. Sie legte sich neben uns, stützte sich mit einem Arm ab und streichelte Rosa zärtlich über den Rücken. Rosa rutschte langsam auf die andere Seite, stützte sich, genauso wie Liza, mit einem Arm ab. Rosa knöpfte mein Hemd weiter auf und Liza streichelte die Innenseiten meiner Oberschenkel, meine Erregung. Sie öffnete meine Hose und sagte leise mit erotischer Stimme:
In etwa zwei Stunden ist das Essen fertig und…….

Aber das ist wieder die nächste Geschichte