Expedition Yaro

Peru 1989


„Der Geschichten Erzähler“

LATEINAMERIKANISCHE REISEERZÄHLUNGEN

Kapitel 29

„Seni, das Biest aus den Anden“

 Das Gefühl ohne Sattel zu reiten ist einzigartig, ich spürte die warmen Muskeln des Pferdes zwischen meinen Schenkeln und trieb es mit druck und einem kurzen „heya“ voran.
Und das gleiche Gefühl musste Seni verspüren, die hinter mir saß. Ich empfand ihre Nähe  auf meinem Pferd als eine angenehme Bereicherung auf dem unwirtlichen und gefährlichen Weg durch die Berge. Sie presste ihren geilen Körper, ihre festen Brüste an meinen Rücken und während ihrer erotischen Umarmung spielte sie mit ihren Händen und löste meine Lust. In meinem Nacken  fühlte ich ihren heißen Atem, hin und wieder hörte ich ihr leises stöhnen. Seni war ein geiles Biest. Luana merkte nichts von all dem, sie ritt mit unserem Packpferd voraus.
»Schon immer fragte ich mich, warum Mädchen und Frauen im Reitsport in der Überzahl sind?
Hat es einen sexuellen Hintergrund?
Ich hatte gehört, dass eine Frau beim Reiten einen Orgasmus bekommen hat.  Von Fachleuten wird bestätigt: Wenn man es zulässt, passiert es, es kommt auf den Sattel drauf an, aber ohne Sattel wird die Vulva viel natürlicher stimuliert.«
»Ich kann mich sehr gut an meinen ersten Orgasmus erinnern, es passierte auch auf einem Sattel, auf einem Fahrradsattel im Sommer ‚66, ich war gerade mal 12. Ich fuhr mit dem Fahrrad meiner Schwester auf einem Feldweg. Der Sattel war so eingestellt, dass ich darauf rum rutschen musste, um in die Pedalen zu treten. Beim dahin fahren gab es ein schönes Gefühl, mir wurde es wärmer. „Oh!“, dachte ich, und das Gefühl wurde stärker, je schneller ich fuhr. Und dann trat ich in die Pedalen, denn das schöne Gefühl sollte nicht nachlassen. Ich wurde immer schneller, das Gefühl wechselte in Lust. Ich raste auf dem Feldweg entlang und wollte, dass dieser geile, lustvolle Trieb nie mehr aufhört. Plötzlich zuckten Wellen dieser Wollust wie ein Ozean durch meinen jungen Körper, mir war heiß, dann kam diese blöde Kurve und ich landete im Kornfeld. Puuhh, dachte ich, was war das denn?
Es war nichts schlimmes passiert, meine Hand war etwas verschrammt von der harten Erde und meine Unterhose war feucht. Seit diesem Erlebnis im Sommer ‚66, bin ich dieser lustvollen Leidenschaft verfallen.«
Und diese Lust von damals, war die gleiche, die mir Seni, das Biest aus den Anden, auf dem Ritt durch die Berge zuführte. Sie konnte ihre Finger nicht von mir lassen. Ich fühlte merklich, wie sie hinter mir ihre Vulva auf dem Pferd stimulierte und mich förmlich mitriss.
Während ihrer lustvollen Höhepunkte, führte ich mein Pferd sicher durch die bizarre Felslandschaft. Die hochstehende Sonne hatte den Schnee geschmolzen und die gefährlichen Sèracs und überhängenden Wechten des Gletschers in der Steilwand des Nevado Puscanturpa, die wir unterhalb des Berges querten, drohten einzustürzen. Wir ritten zügig vorbei.
Gegen Mittag erreichten wir den Scheitelpunkt des Cuyoq Punta, mein Höhenmesser zeigte 5005 Meter, wir waren dem Himmel so nah. Wir stiegen von unseren Pferden ab und gönnten ihnen eine Pause, die sie dringend brauchten.
Seni fiel Luana um den Hals, drückte sie fest an ihren Körper und sagte:
„Danke dass ich dabei sein darf!“
Ich kümmerte mich um die Tiere, lud das Gepäck ab und gab ihnen Wasser und ein paar Maiskörner.
Als ich mich umschaute, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die fremdartige Landschaft kam mir bekannt vor. Ich erinnerte mich an Bilder von fernen Planeten, da gab es auch solche Felsentürme und mysteriöse Steinformationen, von der Natur geformt. Science Fiction und Historie waren für mich noch nie so nah zusammen gerückt, aber dennoch war meine Expedition eine Reise in die Vergangenheit.
Luana kam zu mir und umarmte mich, küsste mich innig.
„Wie gehts dir, Don Waltero?“, fragte sie mich.
„Oh, es ist schön am Leben zu sein, es geht mir prächtig!“, sagte ich.
„Und Xenia, wie geht es mit Seni auf dem Pferd?“, fragte sie.
„Ach, Seni passt sich sehr gut an, es geht ihr gut bei mir!“, sagte ich und lächelte verlegen.
„Oh ja, sie kennt sich sehr gut aus mit Pferden, sie ist auf einer Rancho im Süden  Perus aufgewachsen!“, und Luana erzählte weiter;
»Ihre Mutter hat sie verlassen, da war sie gerademal zehn Jahre alt, das war 1981, sie ging mit ihren Brüdern in die Stadt, um besser leben zu können. Seni und ihr Vater kamen 1983 nach Tantamayo, direkt in das Nachbarhaus, seitdem sind wir Freundinnen, nein mehr, wir sind wie Schwestern, wir teilen uns alles, wirklich alles.«
Luana kramte in der Lebensmittelkiste, gab uns ein Stück Käse und Fladenbrot und meinte:
„Wir bleiben nicht so lange hier oben!“, sie schaute skeptisch in Richtung Osten, wo sich eine beeindruckende Wolkenfront bildete, die langsam höher stieg.
»Ein faszinierendes Schauspiel, das man nicht unterschätzen darf.«
Ich setzte mich auf einen kleinen Felsen und Seni, das Biest, setzte sich zwischen meine Beine.
Sie suchte ständig meine Nähe, was mir sehr angenehm war. Mit ihrem Hinterkopf massierte sie meinen Schritt. Leise zischte ich sie an:
„Oh Seni, du machst mich verrückt!“
Sie schaute nach oben, lächelte, drückte ihren Kopf noch stärker gegen meinen Schoß, spürte meine Erregung und sagte leise:
Absicht mein lieber Don Waltero, con mucho gusto Señor. Ich beugte mich nach vorne, griff unter ihren Poncho, streichelte ihren festen Busen und fühlte ihre ausgeprägten Nippel. Das war nicht die Kälte, das war pure Geilheit.
„Seni, du bist ein Biest!“, sagte ich leise.
Und sie hauchte mir ins Ohr:
„Jaaaa Gringo, ich bin dein Biest!“, ihre Stimme klang sehr erregt.
Während wir uns beide hochschaukelten, sahen wir Luana auf einem Felsen stehen. Sie versuchte die herannahenden Wolken wegzupusten. »Ein Ritual, das ich schon einmal am Titicacasee beobachtet hatte.« Manchmal funktioniert es auch, aber nicht hier, nicht jetzt.
Luana kam zu uns rüber und sagte:
„Kommt, packt alles zusammen und lasst nichts liegen, wir brechen auf. Das was da auf uns zukommt sieht nicht gut aus. Sie beugt sich runter zu Seni und flüstert ihr ins Ohr: „Lass mir noch was über für später,“ sie schaute zu mir hoch, zwinkerte mir zu und sagte:
„Ich freue mich auf dich heute Abend.“
Zu dem nahen grollen im Yerupája Massiv, das von einer Lawine stammte, meinte sie:
„Macht los, die Apus finden es nicht gut, dass wir in der Regenzeit hier oben sind.“
Schnell packten wir alles zusammen und brachen auf.
Die ersten paar hundert Meter gingen wir zu Fuß, wir führten unsere Pferde durch die mit Schnee bedeckten Felsen. Der Abstieg war zu steil für die Tiere und die Gefahr abzurutschen war groß.
Unterhalb der Schneegrenze war das Gelände flacher und wir konnten wieder auf unsere Pferde steigen. Vereinzelt sahen wir kleinwüchsige Blumen und Grünzeug zwischen den Felsen. Die Tulipan andina, eine Andentulpe; die rote Jirish oder die Rima Rima, ein Quechua Name. Pflanzen,  aus denen Medizin gewonnen wird.
Als wir die Baumgrenze erreichten, waren wir in den Wolken, sie kamen schneller herein als wir dachten. Die Sicht wurde immer schlechter und die alten, knorrigen Kenuales Bäume, aus deren Holz die Einheimischen Seile produzieren, sahen gespenstig aus.
Plötzlich flackerten Blitze durch die Luft. Luana schrie, kommt schnell. Ich sah sie nicht, die Wolken waren zu dicht, ich hörte sie nur schreien. Seni klammerte sich an mir fest und ich trieb mein Pferd an. Nach einer kurzen Weile hatten wir sie eingeholt. Sie stand unter einem riesigen Felsvorsprung, die fast einer Höhle glich, da war platz für uns alle samt Pferde.
Luana sagte:
„Hier bleiben wir bis das Wetter durch ist!“, es ist zu gefährlich auf dem Pferd bei Gewitter. Es fing kräftig an zu regnen und wir waren mittendrin in diesem Wettergeschehen.
Wir beruhigten unsere Pferde, die durch die Blitze zusehends nervöser wurden.
Seni lehnte gegen die Felswand und zog mich zu sich. Ich umarmte sie mit meinem linken Arm, mit meiner rechten Hand hielt ich die Zügel meines Pferdes fest, das sich etwas beruhigte, als Seni es am Kopf streichelte. Trotz des dicken Ponchos, spürte ich ihren jungen Körper. Sie zitterte, hatte Angst. Aber ihre Angst war flüchtig in meiner Nähe.  Mit ihrem linken Arm drückte sie mich fest zu sich, presste ihren rechten Oberschenkel in meinen Schritt und rieb ihn hin und her.  „Oh Seni!“, zischte ich.
Ich liebte dieses geile Biest, die jede Gelegenheit ausnutzte, um mich um den Verstand zu bringen.
Luana hatte alle Hände voll zu tun, mit ihrem Pferd und unserem Packpferd, die sich nicht beruhigen ließen,  aber die Blicke verrieten ihre Lust auf uns. Seni löste sich von mir und kam Luana zu Hilfe, denn die Fluchttiere waren schwer zu bändigen, vor allem weil sie Angst hatten und die Angst war berechtigt.
Die Blitze zuckten durch das enge Tal, als wären wir in einer Disco mit flackerndem  Stroboskoplicht.
»Ich liebe das Reisen in der Regenzeit, denn ein Tag in den Anden hat, durch die Höhe bedingt, vier Jahreszeiten.
Gerade jetzt befanden wir uns im Übergang vom Winter in den Frühling, mit einer Wetterkapriole, die es so nur in der Regenzeit gibt.«
So schnell wie das Wetter kam, so schnell hatte es sich wieder verzogen und wir konnten unseren geilen Ritt durch das wilde Tal des Rio Monzón fortsetzen. Es wurde zusehends wärmer, je tiefer wir kamen. Die Landschaft wechselte ihr koloriertes Aussehen von mit Schnee durchsetzen, graurötlichen Felsen und den braunen, knorrigen Kenuales Bäume mit den dunkelgrünen Blättern in grünlichgelbe Gräser, Farne und Palmen. Es gab noch einen kurzen Zwischenfall am Rio Monzón, wir mussten den Fluss queren und eine Brücke gab es nicht. Luanas Pferd bockte. Ich ritt mit Seni voraus, trieb mein Pferd mit leichtem Druck voran. Es sprang direkt ins Wasser und stand bis über den Bauch im wilden Fluss.  Luanas Pferd und unser Packpferd folgten uns durch die Furt, trotzten der starken Strömung bis ans andere Ufer. Alles war gut gegangen.
Am frühen Abend erreichten wir das knapp tausend Meter hoch gelegene Dorf Monzón und ritten durch die verschlammte Hauptstraße. Rechts und links der Straße saßen Indigenas; Männer, Frauen und Kinder mit Kerzenlicht oder Petrol Laternen vor ihren Lehmhäusern. Die tropische Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit machte es möglich, dass das alltägliche Leben am Abend auf der Straße statt fand. Erst im kleinen Zentrum des Dorfes, wo reges Treiben herrschte, gab es Straßenlaternen. Luana stoppte vor einer Hospedaje und der  angrenzenden Bar Tropicana.
Sie stieg vom Pferd, kam zu uns und sagte:
„Wir bleiben hier über Nacht, den Kurier, der aus Tingo María kommt, soll ich  hier treffen, er muss mir ein Paket übergeben; ihr könnt schon mal die Pferde versorgen; nebenan ist ein Stall, da können sie bleiben.
Luana ging in die Bar.
Leise fragte ich Seni:
„Wusstest du was von einem Kurier, hast du eine Ahnung, was für ein Paket das ist?“
Nein!“, sie schüttelte den Kopf.
„Ahh okey!“, flüsterte ich.
Wir stiegen ab, führten die Pferde in den Stall und versorgten sie mit Futter und Wasser.
Luana kam zurück und meinte:
„Die Ausrüstung können wir auch hier lassen, es ist ein sicherer Platz!“
Wir hatten im Stall alles erledigt.
„Kommt mit mir, ich habe für uns ein Dreibettzimmer mit Dusche reserviert!“, sagte Luana.
Wir folgten Luana durch die Bar in unser Zimmer.
Seni streichelte über mein Hintern und sagte leise:
„Ich freue mich auf die Dusche mit dir!“

 
Aber das ist wieder die nächste Geschichte

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