EXPEDITION YARO

EXPEDITION YARO
Peru 1989
Teil 5
DIE SIEDLUNG „CHORAS“

Die Nacht war ruhig und Ratten und Mosquitos waren keine da. Wie immer wurde ich mit den Hühnern wach. Das Gekrähe erinnerte mich an Guatemala 1985, an Cunén, mitten im Guerrilla Krieg. Mir kommt es wie damals vor, als wenn sich die Hähne gegenseitig zurufen, ja unterhalten. (Habt ihr schon gehört *da ist ein Gringo gekommen *er kam alleine* sonst sind keine Fremden zusehen *was der wohl da will*) eine sehr interessante Unterhaltung in hohem und tiefem Gekrähe.
Ich habe die Hähne krähen lassen und habe meinen kleinen Rucksack gepackt. Wasserfilter, Regenponcho, Kompass, Höhenmesser, Machete, Survival Kit, Taschenlampe, Notration und meine Fototasche und bald drauf bin ich in südliche Richtung aus dem Ort gelaufen. Ich wanderte am jungen Rio Marañón entlang in 3500 Meter Höhe, vorbei an kleinen, mit Ichú-Gras bedeckten Lehmhäuser der Campesinos. Die Bauern vom Stamm der Quechúa leben in ärmlichen Verhältnissen, betreiben Ackerbau (Mais und Kartoffeln) und ein wenig Viehzucht (Hühner,Schweine und Rinder).
Noch am Vormittag kam ich in die kleine Siedlung „Choras“. Die Lehmhütten mit den Wellblechdächern, die in der Sonne glänzten, waren mir schon von weitem aufgefallen und ich habe zwei Männer gesehen, die auf dem Weg vor einer Hütte standen.
Als sie mich bemerkten, winkten sie und riefen:
Hola Gringo, venga, venga!
Ja ja, ich komm ja schon!
habe ich leise vor mich hin gesagt und ging langsam ihnen entgegen.
Wie so oft, hatte ich bei solchen Begegnungen ein ungutes Gefühl.
Buenos días señores, imaynalla-taq!
Ich habe sie begrüßt in Spanisch und in Quechúa
und zog mein Hut. (auf meinen Reisen zuvor habe ich ein paar Wörter in Quechúa gelernt und zu Hause durch ein Sprachführer vertieft)
Nach einem kurzen Handschlag haben sie mich gefragt woher ich komme und wo ich hin will?
De donde viene?
A donde vas?
*Die Fragen kamen mir bekannt vor. Schon 1985 in Guatemala, stellte man mir die gleichen Fragen, als ich in Cunén, mitten im Guerrilla-Gebiet, von einer Privatpatroullie festgenommen wurde. Nur damals waren sie zu dritt und hatten Schnellfeuergewehre im Anschlag.*
Diese zwei Männer sind Campesinos (Bauern) und haben Macheten am Gürtel hängen.
Soy de Alemaña!
Alemáña mandang! erwiederte ich in Spanisch und Quechúa.
Und:
Quiero ver tu país y visitar los edificios del Yarowilka!
(Ich komme aus Deutschland, will euer Land sehen und die Ruinen der Yarowilka besuchen.)
Sie lächelten und nickten mir zu.
Komm doch mit Fremder, du mußt essen und trinken, du bist bestimmt müde und hungrig. Wir machen ein Fest!
Auf meinen Reisen habe ich immer meine gute Kinderstube gezeigt, war freundlich und habe mich dem Land angepasst. Habe das gegessen und getrunken, was die Einheimischen auch essen und trinken.
Ich war neugierig und habe die Einladung angenommen……

Aber das ist wieder die nächste Geschichte.

Aber das ist wieder die nächste Geschichte.

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