EXPEDITION YARO

Liebe Freunde, der Lockdown Light hat begonnen, Reiseverbot, Kneipen zu, etc…..
Eine gute Zeit euch in den nächsten Wochen mitzunehmen auf eine Ein-Mann Expedition im Jahr 1989 in Peru. Ich hoffe ich kann euer Reisefieber senken und euer Abenteuerlust auffrischen. Viel Spaß beim lesen und träumen. ❤

„EXPEDITION YARO“
1989
„Reise in die Vor-Inka-Zeit“

„DESTINO LIMA“

Wie alle meine Reisen beginnen sie im Kopf. Ich kam gerade von einer vier monatigen Reise aus Südamerika zurück, als eine Reisedokumentation der Serie „Terra X“ im Fernsehen lief. Der Titel hieß „Vorstoß nach Eldorado“. Es war eine ZDF-Expedition von Gottfried Kirchner zur Yaro-Kultur in die Ost-Anden von Peru. Die Bilder, die im TV zusehen waren, hatten mich fasziniert und das Wort „Yaro“ verankerte sich in meinem Kopf. Ich war besessen davon die Yaro-Kultur selbst zu entdecken und so begann ich gleich drauf mit meinen theoretischen Reisevorbereitungen.
Ich habe mir geografisches Kartenmaterial von diesem Gebiet um Tantamayo, La Unión und Huánuco besorgt. Habe meine Wege in die Region bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, auch meine Rückwege, sollte es mal ein Erdbeben oder Erdrutsche geben, (Ich reiste in der Regenzeit) hatte ich verschiedene Wegvarianten ausgewählt, so dass ich mir selbst aus einer misslichen Lage helfen konnte.
Und meine Ausrüstung habe ich zusammen gestellt. In dem Gebiet gab es keine medizinische Versorgung, kein Wasser, kein Strom. Meine Reise Apotheke, Wasserfilter, Survival Kit, alles bis aufs kleinste Detail organisiert und geplant. Soviel wie nötig, so wenig wie möglich, schliesslich musste ich alles selbst tragen können, auch über eine längere Distanz. Und ich habe alles an Literatur über dieses Gebiet besorgt, aber das war recht wenig. Außer dem Buch von Gottfried Kirchner’s „Terra X“, gab es kaum was. Es war bis dahin eine unbekannte Region und eine unbekannte Kultur. Die Namen „Yarobilca, Tantamayo, Chuquibamba, Chavinillo, Pampa Florida, Eldorado, es war im Laufe der Zeit wie Musik in meinen Ohren. Es war eine Planung mit Höhen und Tiefen.
Ich nenne diesen Teil der Vorbereitungen „Lehnstuhl-Abenteuer“.
Zwei Jahre später und nach sechs monatiger praktischer Vorbereitung, saß ich mit gemischten Gefühlen im Flugzeug der venezolanischen Gesellschaft „VIASA“ und flog nach Lima! Beim Anflug über Peru konnte ich eines meiner Reiseziele sehen, die „Cordillera Huayhuash“ mit dem zweithöchsten Berg von Peru dem „Yerupája“. Tags zuvor hatte das Auswärtige Amt vor Reisen nach Peru gewarnt, die Meldung ging durch alle Nachrichten, dass die Terror Gruppe „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad) sehr aktiv ist. Aber ich konnte und wollte auch nicht meinen Flug stornieren. Zudem hatte ich schon zuviel Zeit und Geld in die Expedition investiert. Das Abenteuer hatte schon längst begonnen.
Endlich war ich in Lima gelandet. Die Stadt war damals, wie auch heute noch, ein heißes Pflaster. Nachdem ich ausgecheckt hatte, ging ich durch die Abflughalle mit ein paar Kindern im Schlepptau. „Hey Mister, Schuhe putzen“! riefen sie. Ich habe sie stehen lassen, ging zum Ausgang und direkt zur Bushaltestelle. Im Bus war kein Platz mehr und so nahm ich ein Taxi. Da ich das dritte Mal schon in Lima angekommen bin, konnte mich der Taxifahrer nicht übers Ohr hauen. Ich gab ihm einen energischen Befehl, „Avenida Tacna 329“ und so fuhren wir los. (Mit energischen Befehlen kann man sich in Lateinamerika ganz gut durchsetzen).
Lima ist auf den ersten Blick eine graue Stadt, grau sind die Häuser und die Straßen sind staubig, der Sand der Atacama-Wüste hat sich breitgemacht. Auf dem Weg in die Stadt lagen totgefahrene Hunde und Katzen am Straßenrand, dazu kommen noch die wirklich armen Leute die hier in den Vororten der Millionenstadt leben. Kein schöner Anblick für ein Traveller, der das erste mal hier ankommt. Ich hatte mich an all das schon gewöhnt! In der Avenida Tacna 329 angekommen, gab ich dem Taxifahrer ein paar Intis (Die damalige Währung) und fuhr dann mit dem Aufzug in den 16. Stock eines Hochhauses, wo ich von Deutschland aus mein Zimmer für die ersten 3 Tage gebucht hatte. (das war garnicht so einfach ohne Internet, aber ich hatte meine Quellen). Es ist eine Sichere und Preiswerte Hospedaje (Pension) mit einem atemberaubenden Blick über die Dächer von Lima.
Der Jetlag hatte mich früh schlafen lassen.
Am nächsten Morgen ging ich in die Stadt, habe ein Traveller Scheck bei einer Wechselstube eingelöst und dann passierte es……..

Aber das ist die nächste Geschichte.

© Walter Maul Photographie

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